"Vor Ort zu helfen, ist toll"

Werner Luttenberger bricht zum vierten Auslandseinsatz auf. © Bild: /Österreichisches Rotes Kreuz

Steirischer Techniker arbeitet als Freiwilliger in Ebola-Behandlungszentren.

Pakistan, die Philippinen, Bosnien. "Wen man unmittelbar vor Ort helfen kann, ist das natürlich eine tolle Sache", begründet Werner Luttenberger seine Einsätze in Krisengebieten. Aber er gesteht auch ein: "Es ist auch ein bisserl Abenteuer dabei. Du kommst in Gebiete, die kein Tourist sieht."

Kommende Woche bricht der Steirer wieder auf. Er ist für das Rote Kreuz als freiwilliger Helfer in Sierra Leone unterwegs. In den Regionen Kobo und Kenema wird er in jenen Zentren arbeiten, die Ebola-Patienten betreuen. Zwar haben die Behörden in Mali die Ebola-Epidemie für beendet erklärt, die Gefährdung ist dennoch lange nicht vorbei. Seit knapp einem Jahr wurden 20.000 Ebola-Fälle in Westafrika registriert.

Wasseraufbereitung

Computertechniker Luttenberger ist als Experte für Wasseraufbereitung und Hygiene im Einsatz. In Pakistan etwa half er etwa aber auch dabei, Toiletten zu errichten. "Es geht eigentlich immer um die Hygiene", überlegt der 48-Jährige. "Es gibt nie eine einzige Sache, die man bei solchen Einsätzen macht." Zusätzlich werden auch Multiplikatoren ausgebildet, die das Wissen auch dann weitergeben, wenn die internationalen Helfer bereits wieder zu Hause sind.

Seit zehn Jahren ist Luttenberger Rettungssanitäter beim Steirischen Roten Kreuz, 2011 brach er zu seinem ersten vierwöchigen Auslandseinsatz auf. Ab 1. Februar macht er in Kobo und Kenema Dienst, zuvor gibt es in Madrid noch ein spezielles Training. "Ebola ist kein Spaß", betont Luttenberger. Helfer müssten gut geschult sein, jeder Handgriff müsse sitzen, um nicht sich selbst oder andere zu gefährden.

Bereits im Dezember nahm der Steirer an einer Schulung teil, in der es unter anderem um die Arbeit in Schutzanzügen trotz großer Hitze ging. Simuliert wurde das in auf 35 Grad aufgeheizten Zelten. "Wir sind gut vorbereitet worden, also habe ich da keine Bedenken", versichert der 48-Jährige.

16 Projekte

Seine Familienmitglieder hätten auf seinen neuesten Hilfseinsatz gelassen reagiert. "Die kennen mich. Sie haben gar nicht versucht, zu diskutieren, sondern einfach nur gesagt: ,Komm’ gut zurück.‘" 200 Freiwillige des Internationalen Roten Kreuz sind derzeit in den betroffenen Regionen im Einsatz. Allein im Ebola-Zentrum in Kenema gilt es, 600 Patienten zu versorgen. Gemeinsam mit dem Roten Halbmond laufen in Westafrika 16 Projekte, um Ebola zu bekämpfen.

Von all seinen Einsätzen habe er stets auch etwas für sich selbst mitgenommen, schildert Luttenberger. Begegnungen mit Menschen vor allem, die oft bereits vor dem Katastrophenfall in Armut gelebt haben. "Trotzdem habe ich eine Lebensfreude bei ihnen beobachtet, die man bei uns gar nicht kennt."

Erstellt am 24.01.2015