Volleyballtrainer vergriff sich an Mädchen: Viereinhalb Jahre Haft

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Am Trainingslager oder bei Turnieren missbrauchte der Trainer Mädchen, die noch keine 14 Jahre alt waren. Der Verein will davon erst etwas mitbekommen haben, als Eltern Anzeige erstatteten.

Es sei, sagt der wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger angeklagte ehemalige Volleyballtrainer, "eine Kurzschlusshandlung" gewesen.

"16 Jahre lang?", sagt die Richterin: "Eine Kurzschlusshandlung an mehreren Mädchen von 2000 bis 2016?"

Der 61-jährige H. vergriff sich durchwegs an Mädchen, die noch keine 14 Jahre alt waren. Eine Schülerin sagt, als es nach zwei Jahren vorbei war, habe sie sich gedacht: "Ich dürfte schon zu alt für ihn sein." Der Angeklagte selbst erklärt, wenn die Mädchen 16 oder 17 Jahre alt waren, wollte er "das" nicht mehr.

Mit einer Elfjährigen teilte sich Trainer H. auf einem Trainingslager in der Slowakei ein Zimmer. Als sie schlief, fotografierte er sie heimlich.

Einem Nachbarskind gab er Nachhilfe in Mathematik, es durfte bei ihm daheim nächtigen. Er missbrauchte das Mädchen und machte Videos. Eine Neunjährige wurde bei Besuchen zwischen September 2013 und Dezember 2014 von ihm missbraucht. Bei einer Zehnjährigen passierte es während eines Beachvolleyball-Turniers in Klagenfurt, er nächtigte mit ihr gemeinsam in einem Zelt.

42 Mal angegriffen

Und dann gab es noch seine sechsjährige Enkeltochter, die er missbrauchte, wenn sie beim Opa übernachtete.

"Warum sogar die eigene Enkeltochter?", fragt die Richterin. Seine Schwiegertochter habe ihm eine Salbe gegeben und ihn gebeten, die kleine Tochter dort einzuschmieren, wo es gebrannt habe, behauptet der Angeklagte. "Aber sie haben das Kind 42 Mal angegriffen und fotografiert", entgegnet die Richterin.

Was er empfunden habe? "Es war keine sexuelle Erregung für mich. Es war Zuneigung, ich war dabei glücklich", sagt H.

Der Verein will von alldem nichts gewusst haben. 16 Jahre lang nicht? Und wer hat den Trainer mit einem Mädchen in einem Hotelzimmer untergebracht?

Das Urteil, viereinhalb Jahre Haft, ist der Staatsanwältin bei einem Strafrahmen bis zehn Jahre zu mild; sie geht in Berufung.

( kurier.at ) Erstellt am 14.03.2018