Detonation der Sprengladungen im dichten Nebel

© Porr

Steiermark
12/20/2015

Voitsberger Kraftwerk ist nun endgültig gefallen

Nach missglückter Sprengung war das Bundesheer heute Nachmittag erfolgreich. Allerdings mit Verzögerung durch dichten Nebel.

von Peter Temel

Als besonders "standhaftes" Bauwerk kam das alte Kohlekraftwerk im weststeirischen Voitsberg zu österreichweiter Bekanntheit. Mehrere Sprengversuche in den vergangenen Monaten haben nicht ganz das gewünschte Ergebnis gebracht. Heute Nachmittag ist es gelungen, den letzten Gebäudeteil, das Kesselhaus, zu Fall zu bringen. Auf vier Ebenen wurden über 500 Sprengladungen angebracht, insgesamt rund eine halbe Tonne Sprengstoff. 65 Soldaten waren im Einsatz. Das ursprünglich 100 Meter hohe Kesselhausgerüst legte sich wie geplant zur Seite, nun soll die mechanische Demontage beginnen.

Bilder von der Nachsprengung

STEIERMARK: NACHSPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES

STEIERMARK: NACHSPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES

Sprengung Kraftwerk Voitsberg…

STEIERMARK: NACHSPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES

STEIERMARK: NACHSPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES

STEIERMARK: NACHSPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES

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STEIERMARK: NACHSPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES

STEIERMARK: NACHSPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES

STEIERMARK: NACHSPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES

STEIERMARK: SPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES ALT

STEIERMARK: SPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES ALT

STEIERMARK: SPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES ALT

STEIERMARK: SPRENGUNG DER RESTLICHEN TEILE DES ALT

Ungewissheit durch Nebel

Nach der teilweise misslungenen Sprengung im November (siehe Video unten) hatte die Porr AG für heute 14 Uhr eine Nachsprengung des Bundesheers angesetzt. Doch hartnäckiger Nebel sorgte für weitere Ungewissheit. Es stand sogar im Raum, die Sprengung überhaupt zu verschieben, weil sich durch die in der Luft enthaltenen Wasserpartikel die Schall- und Druckwelle vor allem im Nahbereich deutlich verstärkt hätte, womit Sicherheitsbedenken einher gingen.

Um 14:20 Uhr war es dann aber soweit. Nach einem lauten Knall fiel das Kesselhaus in sich zusammen. Bei dichtem Nebel war von dem Schauspiel allerdings nicht viel zu sehen. Ob vom ÖDK-Kraftwerk wirklich nichts mehr übrig war, konnten die Hunderten Schaulustigen wegen der schlechten Sicht erst nach ein paar Minuten feststellen.

Andere Sprengladung

Das Bundesheer hatte zusammen mit dem Arbeitsinspektorat, einem Statiker und der ARGE Kraftwerk Voitsberg ein neues Konzept zur Nachsprengung des Kesselhauses ausgearbeitet. Diesmal rückte man dem Bau mit einem anderen Typ von Sprengladung zu Leibe. Anfang Dezember wurde im Kellerbereich noch eine Probesprengung durchgeführt, bei der die gewünschte Schneidleistung der neuen Ladung überprüft worden ist.

Erleichterung

"Wir sind sehr erleichtert, dass heute alles reibungslos geklappt hat. Es war die richtige Entscheidung, erneut auf die Sprengexperten des österreichischen Bundesheers zu setzen", sagte Kurt Lackner, Geschäftsführer der Porr Umwelttechnik. Natürlich sei es unerfreulich gewesen, dass eine Nachsprengung nötig geworden war.

Die Arbeiten an dem 250.000 Quadratmeter großen Gelände werden nach den Feiertagen weitergehen, am 11. Jänner soll es an die Gemeinde übergeben werden. 90 Prozent der Materialien des ehemaligen Kraftwerks will man recyceln. Nach den Abbrucharbeiten soll das Gelände rekultiviert werden, die Flächen sind für Industrie und Gewerbe vorgesehen.

Video: Missglückte Sprengung vom 8. November

Bei der Sprengung am Sonntag, 8. November, war es zu einer Panne gekommen: Während Stiegenhausturm und Mittelbau wie geplant umfielen, blieb das Kesselhaus trotz mehrerer Hundert Kilogramm Sprengstoff stehen. Der Abriss der drei Gebäude sollte die Endphase des mehrjährigen Rückbaus des Kraftwerks darstellen.

Bereits Panne bei Schlot-Abbruch

Schon Anfang August war es zu einer Panne beim rund 180 Meter hohen Schlot gekommen, der nach einer Beschädigung am Fundament schief stand und danach mit Roboterbaggern abgerissen werden musste. Man sprach daher vom "schiefen Turm von Voitsberg".

Video von den Vorgängen am 4. August

Prägend

Das Kraftwerk, dessen Block 1 seit 1948 in Betrieb war und dessen letzter produzierter Strom 2006 aus Block 3 floss, war prägend für die Region und von Weitem sichtbar. Nachdem die Reste der Sprengung beseitigt sind, will die Porr das rund 250.000 Quadratmeter große Areal rekultivieren. Die Gemeinde als Käufer erwartet eine grüne Wiese, auf der in Zukunft Gewerbe und Industrie Platz finden sollen.

Der markante Kühlturm fiel bereits im Mai 2013 in sich zusammen. Statt einer Sprengung wurde eine neuartige Seilzugmethode angewendet. Dazu wurde der Stahlbetonmantel mittels Baggern mit etwa 20 senkrechten Schlitzen versehen, um ihn gezielt zu schwächen. Anschließend wurde ein 200 Meter langes Stahlseil um die geschwächte Zone gelegt an denen mit zwei Abbruchbaggern gezogen wurde. Dieser Abbruch verlief planmäßig (siehe Video).

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