Chronik | Österreich
20.05.2017

Vermeintlicher "Billa-Komplize" wegen illegaler Waffen verurteilt

"Er hat das Urteil dankend angenommen", sagt sein Verteidiger Wolf-Georg Schärf.

Drei Monate bedingt. Für den 64-jährigen Wiener Wolfgang A. ist nun ein Albtraum zu Ende gegangen. Der Ex-Manager war im Sommer 2016 für sechs Wochen in U-Haft gewandert, weil er einen Bosnier, dem er Quartier gab, zu einem Billa-Überfall chauffiert hatte. Bei dem Überfall starben ein junger Polizist und der Täter selbst. Wolfgang A. konnte mithilfe seines Verteidigers Wolf-Georg Schärf nachweisen, dass er vom Überfall nichts gewusst hatte. Er hatte den Bosnier schon zuvor öfters mit dem Auto zu Baustellen und anderen Adressen gebracht.

Einzeltäter

Im April 2017 wurde das Verfahren gegen A. wegen angeblicher Beteiligung am Raub eingestellt. Die Ermittlungen ergaben, dass der Bosnier ein Einzeltäter war. Dennoch hat der studierte Jurist sehr bedauert, dass der Polizist ums Leben gekommen ist.

Doch gestern, Freitag, musste sich Wolfgang A. wegen illegalen Waffenbesitzes und wegen Vergehens gegen das Kriegsmaterialgesetz vor Gericht verantworten. Der Militaria-Sammler hatte zwei Weltkriegs-Pistolen, einen Handgranaten-Zünder und Zündschnüre verbotenerweise in seinem Besitz. Die Polizei hatte diese Gegenstände bei der Durchsuchung seiner Wohnung sichergestellt.

"Er wurde zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt", sagt Anwalt Schärf zum KURIER. "Er ist mit einem sehr großen blauen Auge davon gekommen und hat das Urteil dankend angenommen. Der Fall ist für ihn endgültig erledigt." Indes hat der Staatsanwalt am Freitag keine Erklärung abgegeben. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.