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Verkehrsverbund Ostregion
02/12/2013

Öffi-Reform macht Tarife gerechter

Ab 2014 wird nur mehr „punktgenau“ abgerechnet, die Kernzone 100 bleibt

von Markus Foschum

Eine gewaltige Umstellung erwartet die Nutzer der Öffentlichen Verkehrsmittel in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland mit 2014: Dann nämlich tritt die seit Jahren vorbereitete Reform im Verkehrsverbund Ostregion (VOR) in Kraft. Das bekannte Zonen-System wird weitgehend abgeschafft. Eine Milliarde Fahrten in einer Region mit 3,5 Millionen Menschen finden dann unter modernen Umständen statt.

„Wir streben ein gerechteres System an. Durch kleinere Tarifeinheiten orientieren sich die Fahrpreise künftig an der tatsächlich zurückgelegten Entfernung“, sagt VOR-Sprecher Werner Molik. Kurz zusammengefasst: Die Kernzone 100 in Wien bleibt, wie sie ist. Die Außenzonen in Niederösterreich und dem Burgenland werden in viele kleine Einheiten zerlegt. Die Verkehrsverbünde Niederösterreich/Burgenland (VVNB) werden in den VOR mit einheitlichen Tarifen integriert.

Derzeit wird die Kernzone 100 von ringförmigen Außenzonen umgeben. Pro Fahrt in einer dieser Zonen sind zwei Euro Fahrpreis fällig. Wie viele Zonen er bis zum Ziel zurücklegt und damit zu bezahlen hat, muss der Fahrgast aus einer Tabelle ersehen.

Dabei kommt es zu „Ungerechtigkeiten“: Wegen der Größe der Zonen mit zehn bis zwölf Kilometern und weil in manchen Fällen auch noch Überlappungsbereiche in die angren­zende Zone reichen, kann eine „geschickt“ angesetzte Fahrt über längere Distanzen mit einem einzigen Fahrschein erfolgen. Der genauso viel kostet wie eine Fahrt in die nur einen Kilometer entfernte Nachbarortschaft in der gleichen Zone. Hat man Pech, liegt das Fahrziel 200 Meter nach einer Zonengrenze und wieder ist ein zusätzlicher Fahrschein fällig. „Wir laufen der Sache lange nach. Im Vorjahr ist der Beschluss zur Reform auf politischer Ebene gelungen und spätestens mit Anfang 2014 soll die Umsetzung erfolgen“, meint Niederösterreichs oberster Verkehrsplaner Friedrich Zibuschka.

Günstigere Fahrten

Die Reform soll für Tausende Öffi-Nutzer auch ganz praktische und erfreuliche Auswirkungen haben: „Kurze Fahrten werden deutlich billiger“, verspricht Zibuschka. Härtefälle in die andere Richtung sollen hingegen abgefedert werden. Die Integration der VVNB bringt „einheitliche Tarife und einheitliche Vergünstigungen mit sich“, sagt Zibuschka.

Ein oft gehörter Wunsch aus Niederösterreich, die Zone 100 auf das Umland auszudehnen, wird jedoch nicht umgesetzt. „Die Forderung ist verständlich. Aber man muss auch bedenken, dass 80 Prozent der Erlöse von den Wiener Verkehrsbetrieben kommen und eine Ausweitung der Kernzone auf Niederösterreich würde zu Lasten des Wiener Budgets gehen. Das ist zu akzeptieren“, sagt NÖ-Landtagsabgeordneter und VOR-Aufsichtsrat Hans Stefan Hintner.

Größtes Problem ist die Umstellung von Tausenden Fahrkartenautomaten. „Eine große Herausforderung. Es reicht von Vorverkaufsstellen bis zu Automaten in Bussen. Was sehr aufwendig ist und viel Geld kostet“, sagt Molik. Am Automaten soll dann nur mehr die Eingabe von Start und Ziel notwendig sein, den Fahrpreis errechnet das System. Die Umstellungskosten sollen nicht zulasten der Fahrgäste gehen.

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