© Peyerl

Fußfessel-Causa
11/14/2012

Vergewaltiger zeigt Opfer an

Die Frau fühlt sich vom Sextäter verfolgt, er bezeichnet diese Anschuldigungen als Erfindungen.

von Ricardo Peyerl

Die Affäre um den Vergewaltiger einer 15-Jährigen, der seine Strafe mit Fußfessel daheim verbüßen darf, wird immer bizarrer. Nachdem ihn sein heute 22-jähriges Opfer wegen beharrlicher Verfolgung und gefährlicher Drohung angezeigt hat, schlägt der 51-jährige Salzburger jetzt mit einer Anzeige wegen Verleumdung zurück.

Der frühere Hundetrainer bezeichnet die jüngsten Anschuldigungen der jungen Frau als „frei erfunden“ und sieht darin den Versuch, den elektronisch überwachten Hausarrest zu verhindern und ihn damit doch noch ins Gefängnis zu bringen. Das gehe „aus dem Timing der Anzeige hervor“, sagte der Anwalt des Mannes, Franz Essl.

Die 22-Jährige (von Anwalt Nikolaus Rast vertreten) kontert im Gespräch mit dem KURIER: „Ich habe die Anzeige jetzt erstattet, weil ich immer gesagt habe, dass er nicht so unschuldig ist, wie er tut. Aber niemand hat bis jetzt darauf reagiert. Ich habe das jetzt als letzten Schritt gesehen. Ich hätte mir den Weg zur Polizei mit zweistündiger Befragung gern erspart.“

Zeugen

2005 war die damals 15-Jährige von dem Salzburger in seinem Haus mehrfach vergewaltigt worden, er wurde zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt. Die sechs Monate unbedingt darf er nach einem Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes daheim verbüßen, in den nächsten Tagen soll er die Fußfessel bekommen.

Die junge Frau aber gab bei der Polizei zu Protokoll, dass sie der Mann bis zuletzt immer wieder verfolgt und ihr unter anderem in einem sms angedroht habe, sie umzubringen. Dafür gibt es auch Zeugen.

Eine Freundin des Vergewaltigungsopfers hatte bereits am 17. März 2009 bei der Staatsanwaltschaft Salzburg zu Protokoll gegeben, dass sie beide in einer McDonald’s-Filiale auf den Sextäter und dessen Frau gestoßen und von diesen dann verfolgt worden seien. Bewirkt hat diese Aussage offenbar nichts.
 

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