Verbrennung des HCB-Heus vor Ort angedacht

Das mit Hexachlorbenzol kontaminierte Heu aus dem …
Foto: /ÖVP Kärnten Die mit HCB kontaminierten Heuballen müssen verwertet werden

Niemand will die kontaminierten Futtermittel. Land will Bürger im Görtschitztal befragen


Wie eine heiße Kartoffel wird das HCB-Heu aus dem Görtschitztal aktuell herumgereicht. Kaum ist publik, dass ein Abnehmer gefunden wurde, herrscht dort Aufregung und Ablehnung, sodass sich der Deal wieder zerschlägt. Kärntens Umweltlandesrat Rolf Holub (Grüne) spricht sich nun für eine Verbrennung im Görtschitztal aus – und zwar ausgerechnet bei jener Zementfirma "w&p", die ursprünglich den kontaminierten Blaukalk bei falscher Temperatur verbrannt hat und somit für den Umweltskandal verantwortlich gemacht wird.

Konkret geht es um 7000 Ballen Futtermittel, die 2014 von den Höfen im Tal entfernt wurden. Das Heu ist verpackt, 4000 Tonnen schwer und leicht mit Hexachlorbenzol kontaminiert. Genau genommen soll es 17 Gramm HCB enthalten. Ein Bescheid der Bezirkshauptmannschaft St. Veit sieht vor, dass es bis Ende Jänner vom "w&p"-Werksgelände in Klein St. Paul entfernt werden muss – ansonsten wird ein Altlastensanierungsbeitrag in Höhe von 600.000 Euro fällig. Drei Abnehmer – einer sogar aus Asien – wurden gefunden: die Vereinbarungen platzten jeweils, als der Zusammenhang mit dem Umweltskandal in Kärnten publik wurde.

Nach Niederösterreich ist nun die Steiermark im Gespräch. Die Biogasanlage in Mureck beispielsweise: Dort würde man das Heu schon annehmen, aber nur, wenn von allen Seiten grünes Licht kommt. Aber das ist kaum zu erwarten: Murecks Bürgermeister Anton Vukan, SPÖ, will kein HCB-belastetes Heu in seiner Gemeinde wissen. Umweltlandesrat Anton Lang, ebenfalls SPÖ, betont, verbieten könne er zwar nichts, aber: potenzielle Entsorgungsbetriebe mögen doch von diesem Auftrag Abstand nehmen.

Plan B

Kärntens Umweltlandesrat Holub bringt jetzt jene Variante ins Spiel, die er vor Jahren noch dezidiert ausgeschlossen hatte. "Wenn Plan A nicht aufgeht, müssen wir Plan B andenken – also die Verwertung vor Ort bei w&p", sagt Holub. Eine solche Maßnahme würde freilich nur in Kooperation mit der Bevölkerung , Greenpeace, der MedUni Wien vonstatten gehen. Holub will die Bürger im Görtschitztal befragen lassen.

Übrigens lagern weitere 3000 Tonnen Trockengras bei "w&p", das stärker mit HCB belastet ist. Wie der KURIER erfuhr, ist es noch offen, ob die Ballen in Deutschland verbrannt werden. Aktuell werden erst Testfuhren durchgeführt, Test-Verbrennungen in einem geheim gehaltenen Unternehmen in Deutschland sollen folgen.

(kurier) Erstellt am
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