Der Ortsteil Frass musste stundenlang gesperrt werden, Brücken wurden unterspült und Keller waren auszupumpen.

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Kärnten
07/25/2015

Überschwemmungen nach heftigen Gewittern

Lavanttal und oberes Görschitztal besonders betroffen. Riesige Mure in Salzburg abgegangen.

Heftige Gewitter haben Freitagabend im Kärntner Bezirk Wolfsberg für Überschwemmungen und schwere Schäden gesorgt: Der Ortsteil Frass musste stundenlang gesperrt werden, Brücken wurden unterspült und Keller waren auszupumpen. Rund 250 Helfer von 15 Feuerwehren waren bis in die Nachtstunden mit den Aufräumarbeiten an den mehr als 30 Einsatzstellen beschäftigt, hieß es Samstagmorgen.

Besonders betroffen waren nach 17.30 Uhr das Lavanttal und das obere Görschitztal, vor allem die Gemeinden Frantschach-St. Gertraud, Preitenegg und Wolfsberg. Der Fraßbach trat innerhalb von Minuten über die Ufer und war zu einem reißenden Gewässer angeschwollen. Mehrere Keller mussten von den Feuerwehren von Schlamm befreit werden, an Brücken hatten sich zudem Verklausungen gebildet. In Wolfsberg war ein Auto in einem Überflutungsbereich der Lavant abgestellt und musste herausgezogen werden.

Weinebene Landesstraße gesperrt

Straßen wie die L148, die Weinebene Straße, und die L91, die Klippitzthörl Landesstraße, waren vorübergehend aufgrund der enormen Wasser-, Schlamm- und Geröllmassen unpassierbar. In Steinfeld schlug ein Blitz in ein Wirtschaftsgebäude ein: Der daraufhin entstandene Brand konnte aber vom Besitzer noch vor Eintreffen der Feuerwehren gelöscht werden. In Lading in der Gemeinde Wolfsberg führte ebenfalls ein Blitzschlag zu einem Kurzschluss einer Trafostation. Zwei Feuerwehren und der Störungsdienst der Kelag waren im Einsatz.

Der Kärntner Verkehrslandesrat Gerhard Köfer (Team Stronach) teilte am Samstag mit, dass die L148, Weinebene Landesstraße, im Bereich von Frantschach bis zumindest Samstagabend gesperrt bleibt: "Die Unwetter haben erhebliche Schäden an der Fahrbahn verursacht. So wurden teilweise Böschungen von den Wassermassen unterspült, Drainagen herausgerissen und Leitschienen hängen in der Luft."

Die Mitarbeiter der Straßenbauabteilung Wolfsberg versuchten, die Fahrbahn bis zum Abend zumindest für Pkw wieder passierbar zu machen. Für den Schwerverkehr bleibt die Weinebene Landesstraße aber für zumindest mehrere Tage gesperrt. Eine Umleitung wurde eingerichtet: Pkw sollen über die Obergössler Gemeindestraße fahren, Lkw müssen großräumig ausweichen.

Murenabgang in Rauris

In Rauris im Salzburger Pinzgau ist die Landesstraße L112 nun wieder befahrbar. Hier war Donnerstagabend eine riesige Mure abgegangen, die den Ort rund 24 Stunden von der Außenwelt abgeschnitten hat. Die Aufräumarbeiten sind aber noch im Gange. Bei Gewittergefahr werde die Straße aus Sicherheitsgründen wieder gesperrt, erklärte am Samstag Einsatzleiter Kurt Reiter.

Eine stellenweise bis zu fünf Meter hohe und 400 Meter lange Mure hat am Donnerstagabend nach einem heftigen Gewitter einen Bauernhof im Bereich des Arlinggrabens beschädigt und die einzige Zufahrtstraße in den Ort mit Geröll, Holz und Erdreich verlegt. Rund 3.000 Einheimische und 2.000 Touristen waren nach Angaben der Feuerwehr von der Umwelt abgeschnitten. Personen wurden nicht verletzt.

Seither laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren, um die Straße freizulegen, den Bach in sein Bett zurückzuführen und den Bauernhof wieder zugänglich zu machen. Gestern waren mehr als 200 Feuerwehrleute mit der Beseitigung von rund 60.000 Kubikmeter Geröll beschäftigt. Unterstützt wurden sie auch von einem Hubschrauber eines privaten Unternehmens, der das angeschwemmte Schadholz abtransportierte.

Heute, Samstag, wird neben dem "Lama"-Helikopter noch ein "Black Hawk"-Hubschrauber des österreichischen Bundesheeres nach Rauris entsandt. Derzeit stünden vor allem Maschinisten und Holzarbeiter mit einem Großaufgebot an Maschinen im Einsatz, "das sind über ein Dutzend Bagger und jede Menge Spezialgeräte", erläuterte Kurt Reiter von der Bezirkshauptmannschaft Zell am See.

Reiter geht davon aus, dass die Sicherheitsmaßnahmen im Laufe des morgigen Sonntags abgeschlossen werden. Bis dahin könne die Landesstraße allerdings wieder gesperrt werden, und zwar dann, wenn ein Gewitter aufzieht. Es handle sich dabei um eine Vorsorgemaßnahme, weil bei starken Niederschlägen eine erhöhte Gefährdungssituation eintrete. Die Errichtung von Schutzdämmen bei dem betroffenen Bauernhof werde noch rund drei Wochen dauern, sagte der Einsatzleiter.

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