Chronik | Österreich
12.07.2017

Überfälle auf Seniorinnen: Extrem brutal, kaum Hinweise

Grazer Polizei verstärkt nach dem vierten Übergriff die Fahndung.

Ein gebrochener Kiefer, eine gebrochene Nase, ein ausgeschlagener Zahn und eine offene Schädelverletzung: Von jenen vier Seniorinnen, die in den vergangenen zwei Wochen in Graz ausgeraubt wurden, müssen drei noch immer im Krankenhaus versorgt werden. Eine 82-Jährige ist noch immer in Lebensgefahr, sie war am 30. Juni das erste Opfer.

Seit am Montag der jüngste, bisher vierte Raubüberfall gemeldet wurde, ist die Polizei in Graz mehr als besorgt. Die extreme Brutalität des Täters oder der Täter sei erschreckend, bedauert ein Ermittler. Die Pensionistinnen im Alter zwischen 71 und 84 Jahren wurden mit Fausthieben ins Gesicht niedergeschlagen. Keine von ihnen hat den Angreifer kommen gesehen, keine kann ihn deshalb beschreiben. Es gibt nur eine vage Vermutung, wie der Räuber aussehen könnte: 20 bis 35 Jahre, schlank, kurzes Haar. Diese Beschreibung stammt von einem Passanten, der einen Mann weglaufen sah.

Fahndung verstärkt

Die Landespolizeidirektion stockte die Anzahl der Beamten auf, die bei der Fahndung eingesetzt werden: 50 Polizisten sind es bereits, die meisten in zivil. Doch Hinweise gibt es bisher nur wenige. Die Polizei rät Seniorinnen, die alleine unterwegs sind, Schmuck nur verdeckt oder besser gar nicht zu tragen.

Da sich die Überfälle gleichen, vermutet die Polizei einen Serienräuber. Doch nicht einmal das ist sicher, denn die Vorgehensweise des Unbekannten wurde medial bereits mehrfach beschrieben: Die Opfer werden in oder vor ihren Häusern niedergeschlagen, danach Goldketten vom Hals genommen. Kaputter Schmuck wird aber offenbar zurückgelassen: Montag wurde eine gerissene Halskette im Eingangsbereich eines Mehrparteienhauses in Graz-Eggenberg gefunden.