Chronik | Österreich
18.08.2017

Trotz Urteil: Grazer will weiter gegen Murkraftwerk kämpfen

Mann soll 870 Euro Strafen zahlen, weil er auf dem Baugelände war. Er beruft dagegen.

Aufgeben will Franz Keppel nicht. "Ich bin Naturschützer", protestiert der Grazer heftig und beruft gegen das Urteil: Keppel muss 870 Euro zahlen, weil er am 15. Februar auf der Baustelle des Murkraftwerks in Graz-Puntigam war.

Das Urteil wegen Besitzstörung lässt Keppel aber nicht auf sich sitzen. "Ich bin nicht über den Zaun geklettert, sondern einfach Aktivisten über eine Wiese nachgelaufen. Ich war unvermummt mit drei Kameras dort, das ist Pressefreiheit."

An jenem 15. Februar standen die Bauarbeiten still: Rund 100 Protestierer kletterten auf die Bagger – mit Schals und Tüchern vor ihren Gesichtern. Doch Keppel ist überzeugt: Er sowie Romana Ull vom Naturschutzbund wurden von der Energie Steiermark angezeigt, weil "wir die Gesichter des Widerstandes gegen die Zerstörung des Naturraumes sind". Auch gegen Ull läuft ein Verfahren.

Keppel hätte sich das Verfahren ersparen können. Doch die vom Konzern geforderten Unterlassungserklärung wollte er nicht unterzeichnen. "Ich hätt’ das Murufer nie mehr betreten dürfen", begründet Keppel. "Das wäre von der Hauptbrücke bis nach Puntigam gegangen. Nicht einmal auf dem Radweg hätte ich sein dürfen.

Im Urteil des Gerichts steht das allerdings nicht. "Aber der Rasterplan ist angeheftet. Das läuft darauf hinaus", ist Keppel überzeugt. "Die wollen mich dort nicht haben."