Chronik | Österreich
09.05.2017

Toter Bär aufgefunden: Carabinieri ermitteln

Überreste eines Braunbären im Grenzgebiet entdeckt, Wilderei nicht auszuschließen.

Im Grenzgebiet zwischen Friaul und Kärnten wurde am Sonntag ein toter Braunbär gefunden. Die mit dem Fall betrauten italienischen Carabinieri haben eine kriminaltechnische Untersuchung angeordnet. Noch ist unklar, ob der Bär gewildert wurde.

Entdeckt wurde das Tier von Mitgliedern der italienischen "Forestale", einer Art Bergwacht mit Polizeibefugnis. 20 Mitglieder dieser seit Jahresbeginn den Carabinieri unterstellten Truppe sind täglich in den Staatsforsten rund um Tarvis unterwegs, um die Einhaltung des strikten Jagdverbots in den Karnischen Alpen zu kontrollieren. Die italienische Polizei bestätigte nur eine Meldung der Kronen Zeitung, wonach bei Tarvis ein Bär tot aufgefunden worden sei. Details könne man aufgrund laufender Ermittlungen nicht nennen, heißt es.

"Beim toten Tier dürfte es sich um einen jener fünf, sechs Bären handeln, die stets in den Karnischen Alpen zwischen Italien und Kärnten umherstreifen", sagt Kärntens Wildbiologe Bernhard Gutleb. "Aber die Sache wird von den italienischen Behörden wie ein Kriminalfall behandelt. Ich weiß nicht einmal, ob das Tier skelettiert oder verwundet aufgefunden wurde", fügt er hinzu.

Alleine die Tatsache, dass keinerlei Informationen nach außen dringen, nährt Spekulationen, wonach der Bär gewildert worden sein könnte. "Für mich gilt Schweigepflicht, mit den Forestale ist nicht zu spaßen", gibt sich der italienische Bärenforscher Paolo Molinari kurz angebunden.

Im Jahr 2009 ermittelten die Kärntner Behörden nach dem illegalen Abschuss des mit einem Peilsender ausgestatteten Braunbären Roznik in Bad Eisenkappel. Ein 48-jähriger Fleischhauer wurde 2012 am Landesgericht Klagenfurt im Zweifel vom Vorwurf der Wilderei freigesprochen.