Chronik | Österreich
12.12.2017

Terror-Prozess in Klagenfurt: Zwei Jahre Haft für 23-Jährigen

Bosnier war an die türkisch-syrische Grenze gereist und hatte den IS verherrlichende Videos hochgeladen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Ein 23-jähriger Bosnier ist am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt wegen terroristischer Vereinigung zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der Mann war schon 2015 an der türkisch-syrischen Grenze festgenommen worden, laut Anklage wollte er sich der Terrororganisation IS anschließen. Nach seiner Rückkehr nach Österreich lud er mehrere Videos ins Internet, die den IS verherrlichten.

Richter Michael Schofnegger, der dem Schöffensenat vorsaß, begründete das Urteil damit, die Videos seien "eindeutig propagandistisch". Der Schöffensenat schenkte auch der Aussage des Angeklagten keinen Glauben, dass er nur deshalb an die syrische Grenze gefahren war, um sich "einen Adrenalinkick" zu holen und Kriegslärm zu hören. Der Verteidiger des 23-Jährigen meldete Nichtigkeit und Berufung an, die Staatsanwältin meldete ebenfalls Berufung an, das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.