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Salzburg
06/12/2014

Tempo 80 auf A1: Bessere Luft und weniger Lärm

Probebetrieb brachte Rückgang der Stickoxid-Belastung um sechs bis sieben Prozent.

Der Probebetrieb von Tempo 80 auf der A1 im Gebiet der Stadt Salzburg hat einen Rückgang der Stickoxid-Belastung um sechs bis sieben Prozent gebracht. Die Grüne Umweltreferentin LHStv. Astrid Rössler spricht von einem "großen Erfolg". Sie möchte daher auch künftig eine Tempo-Reduktion und wird dies der Landesregierung vorschlagen, kündigte sie am Donnerstagnachmittag bei einem Pressegespräch an.

Von Mitte Februar bis Mitte Mai dieses Jahres betrug auf einem rund zehn Kilometer langen Abschnitt (Knoten Salzburg bis Salzburg-Nord) die erlaubt Höchstgeschwindigkeit 80 km/h, also um 20 Stundenkilometer weniger als im Normalbetrieb. Tatsächlich wurde der Verkehr aber nicht um diese Differenz langsamer: Bei den Autos ging das durchschnittliche Tempo um zwölf km/h zurück, beim Schwerverkehr (für den galt schon davor Tempo 80) um sechs Stundenkilometer. Das ist einer der Gründe, weshalb die Reduktion der Schadstoffbelastung nicht die erwarteten 13 Prozent erreicht hat.

Weniger Lärm

Mit dem 80er wurde aber noch ein zweiter positiver Effekt für die Bewohner entlang der Autobahn erzielt: Die Lärmbelastung ging um zwei Dezibel zurück. "Das klingt nicht viel, entspricht aber einem Rückgang des wahrgenommenen Pkw-Verkehrs um 35 Prozent", erläuterte Günther Lichtblau vom Umweltbundesamt. "Das ist eine ganz massive Entlastung."

Rössler wird jetzt der Regierung im Arbeitsausschuss das Ergebnis präsentierten. "Es steht für mich außer Zweifel, dass ich empfehlen werden, den Betrieb fortzuführen." Es gebe noch sehr großen Verbesserungsbedarf. "Wir sind noch weit von der Einhaltung der Grenzwerte entfernt: Der Jahresmittelwert bei Stickoxiden liegt derzeit bei 56 Mikrogramm, der Grenzwert in Österreich aber bei 30", so die Umweltreferentin. Nachsatz: "Es gibt noch viel zu tun."

Die Ressortchefin erwartet sich bei ihrem Vorhaben Unterstützung ihrer Regierungskollegen. "Wir haben das im Arbeitsübereinkommen bereits vereinbart." Ob der Dauerbetrieb als fixes Tempolimit oder nur temporär je nach Luftqualität verordnet werden soll, ließ Rössler offen. "Die Luftsituation spricht für eine fixe Lösung, aber die öffentliche Akzeptanz ist vielleicht bei der flexiblen Variante größer", kann sie sich einen Kompromiss vorstellen. Wobei auch bei der temporären Lösung die Latte durchaus hoch liegt: Sie soll 80 Prozent des Erfolges der fixen Beschränkung erreichen. Das heißt, dass etwa zu 60 Prozent der Zeit Tempo 80 gilt, erläuterte der Leiter der Umweltabteilung, Othmar Glaeser.

Kritk vom ÖAMTC

Den Kritikern wurde schon heute ein wenig Wind aus den Segeln genommen: Der jahreszeitlich bedingte Rückgang der Schadstoffbelastungen, der jedes Frühjahr zu registrieren ist, wurde nämlich bei der Auswertung bereits herausgerechnet. Das heißt, die sechs bis sieben Prozent sind der tatsächliche Wert allein durch die Temporeduktion. Und zur am Vormittag vom ÖAMTC mit einer Studie untermauerten Kritik, wonach vor allem der Lkw-Verkehr für die Schadstoffe verantwortlich sei, sagte Glaeser, dass die Datengrundlage der von Rössler und den Studienautoren präsentierten Auswertung "um eine Zehner-Potenz höher" sei als für jene der ÖAMTC-Untersuchung. Außerdem stelle sich die Frage, weshalb die Luftbelastung auch an Sonntagen nicht verschwinde, an denen Lkw gar nicht fahren dürfen.

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