Chronik | Österreich
27.02.2014

Team Salzburg will Stadtseilbahn

In einer Seilbahn schwebend über der Altstadt: So stellt sich die Stronach-Partei eine Verkehrslösung vor.

Zehn Tage vor der Gemeinderatswahl hat das Team Salzburg - der Salzburger Ableger der Stronach-Partei - am Donnerstag eine neue Idee in die Verkehrs-Diskussion eingeworfen: Es präsentierte das Modell einer Seilbahn, mit der vor allem Touristen von einem Park-and-ride-Parkplatz entlang der Salzach in die Altstadt befördert werden sollen. Das Projekt wäre in vier Jahren realisierbar.

Statt warten umsteigen

Eines machte Bürgermeister- und Spitzenkandidat Eduard Mainoni gleich am Beginn der Präsentation klar: Das Verkehrsproblem in der Stadt Salzburg sei nicht monokausal sondern habe viele Ursachen; das Seilbahnprojekt könne daher auch nicht die ganze Misere beheben, aber zumindest eine: die zahlreichen Fahrten von Reisebussen und Autos der Touristen. Diese Gruppe will das Team Salzburg entweder beim Messezentrum mit seinen vielen Parkplätzen oder bei einem noch zu errichtenden Park-and-Ride-Platz in Hagenau - hier wird in den nächsten Jahren ein Autobahnanschluss errichtet - abfangen. Von hier sollen sie ohne Wartezeit barrierefrei in die Seilbahn umsteigen können und in sieben Minuten in der Altstadt sein. Die Ausstiegsstelle soll beim Spielplatz unterhalb der Markuskirche oder auf der Fläche des Rot-Kreuz-Parkplatzes entstehen.

Die Investitionskosten bezifferte Gernot Hubner, der Verkehrsexperte des Team Salzburg, mit rund 40 Millionen Euro. Für die Bahn wären fünf Stützen erforderlich, die Gondel hätten eine Kapazität von 35 Personen, sodass pro Stunde rund 3.700 Menschen befördert werden könnten. Die jährlichen Energiekosten bezifferte Hubner mit 200.000 Euro, die 25 notwendigen Mitarbeiter würden eine Mio. Euro pro Jahr kosten. Würde man im Jahr eine Million Menschen befördern, ergäbe sich ein Ticketpreis von rund sechs Euro.

Widerspruch zum Weltkulturerbe?

"Das Projekt ist machbar, finanzierbar und zeitlich überschaubar", betonte Hubner. Planung und Genehmigungsverfahren würden je rund sechs Monate dauern, für die Bauzeit veranschlagt er 18 Monate. Der Betreiber sollte via Ausschreibung gefunden werden, das Team Salzburg kann sich beispielsweise die Salzburg AG vorstellen. Und auch die Befürchtung, dass die Bahn den Weltkulturerbe-Status der Altstadt gefährden könnte, hat das Team Stronach bereits geprüft: Die UNESCO habe sich mit dem Thema bereits ausführlich beschäftigt, weil in Koblenz eine ähnliche Bahn bereits in Betrieb ist: "Weltkulturerbe und Seilbahn müssen kein Widerspruch sein", zitierte Mainoni das Resümee.

Nur für Touristen alleine sehen Mainoni und seine Leute das Projekt aber keinesfalls. Vor allem an den Tagesrandzeiten, wenn kaum Gäste von auswärts unterwegs sind, sollen vor allem Pendler mit der Seilbahn in die Innenstadt befördert werden. Allerdings seien hier andere Tarife nötig - von einer Einbindung in den Salzburger Verkehrsverbund bis zu einer Jahreskarte, die bereits zum Preis von wenigen Einzelfahrten erhältlich ist, wurden hier mehrere Ideen genannt.

Und auch eine Verlängerung bis zum Park-and-ride-Parkplatz in Salzburg-Süd kann sich das Team Salzburg vorstellen. "Ich kenne aber Salzburg. Daher denke ich da lieber dosiert", so der Spitzenkandidat.

Faschingsscherz" und "Gag

Gemeinderatswahl."Faschingsscherz" und "medienwirksamer Gag": Das waren am Donnerstag die ersten Reaktionen auf die zehn Tage vor der Gemeinderatswahl vom Team Salzburg vorgeschlagene Seilbahn entlang der Salzach. Diese solle vor allem Touristen von einem Park-and-ride-Parkplatz in die Altstadt befördern, um einem Teil des Salzburger Verkehrsproblems, die Fahrten von Reisebussen und Autos der Touristen, zu beheben. Die Gruppe soll, geht es nach dem Team Salzburg, beim Messezentrum oder in Hagenau abgefangen werden. Von dort soll es in sieben Minuten ins Zentrum gehen.

Die politische Konkurrenz hält davon wenig: Zum Projekt gebe es mehrere Arbeiten, es sei nicht weiterverfolgt worden, weil seine Wirksamkeit und das Kosten-Nutzen-Verhältnis keinen Erfolg erwarten lassen, meinte der grüne Verkehrs-Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste).

Vor allem für Pendler sei die Seilbahn keine Alternative. "Bei täglich 60.000 Berufs- und Schuleinpendlern und rund 20.000 Auspendlern und einer Beförderungskapazität von 3.700 Personen pro Stunde liegt das ja auf der Hand." Außerdem müsste die Stadt die 40 Millionen Euro alleine aufbringen. Diese würden aber bereits ein Drittel der Kosten für die Verlängerung der Lokalbahn bis zum Mirabellplatz abdecken.

"Eine Stadtseilbahn entlang der Salzach, quer durch die als Weltkulturerbe geschützte Altstadt zu führen, ist an Unsinn nicht zu überbieten", meinte FPÖ-Klubobmann Andreas Schöppl.