Chronik | Österreich
24.02.2018

Suspendiert: Primar soll in Salzburg Oberärztin verletzt haben

Nach Übergriff ist Mann bis auf Weiteres nicht im Dienst.

Vergangene Woche soll es im Salzburger Uniklinikum zu einem handfesten Streit unter dem medizinischen Personal gekommen sein: Dabei soll ein Primar eine Oberärztin nach einer Meinungsverschiedenheit betreffend der Behandlung einer Patientin angegriffen und verletzt haben, berichtet die Kronen Zeitung. Der Mann soll die Frau sogar zu Boden gedrückt haben.

Demnach sollte der Mediziner, der kurzzeitig dienstfrei gestellt worden sei, bereits am Montag wieder im Operationssaal stehen. SPÖ und FPÖ forderten Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP) umgehend auf, den Mann bis zur Klärung der Vorwürfe zu suspendieren.

Aussage gegen Aussage

Seitens der Salzburger Landeskliniken (SALK) wies man diese Darstellung am Samstag entschieden zurück. Es fehle "eine objektive Darstellung der Vorfälle", hieß es in einer Stellungnahme von SALK-Sprecherin Beate Erfurth. Die betroffene Oberärztin sei laut deren Aussage "keinesfalls zu Boden gedrückt" worden. Die SALK sprechen von einer "mehr oder weniger heftigen Berührung der Schultern". Diesbezüglich seien sich die Oberärztin und der Primar einig – "bis auf die Intensität der Berührung, somit stand Aussage gegen Aussage und die Suspendierung wurde bis zur Klärung durch Zeugenaussagen ausgesprochen".

Die SALK verwiesen darauf, dass die Ärztin den Übergriff erst acht Tage später gemeldet habe. Arbeitsrechtlich wäre eine fristlose Kündigung aber nur dann möglich gewesen, wenn die Frau den Vorfall binnen 24 Stunden zur Kenntnis gebracht hätte.