Chronik | Österreich
07.08.2017

Sturmschäden in Österreich: Ein Lageüberblick

In der Steiermark gehen die Pegel zurück, steigen dafür aber an der Mur in Graz an. In Salzburg gab es wieder Murenabgänge - zahlreiche Straßen sind nach wie vor gesperrt.

Nach dem dritten Abend mit heftigen Regenfällen in Folge hat sich in der Nacht auf Montag die Lage in der Obersteiermark etwas entspannt. Aus dem Bezirk Liezen hieß es, dass die Wetterlage in der Nacht als positiv bezeichnet werden könne. Das Einsatzaufkommen der Feuerwehren war Montagfrüh geringer als in den Tagen davor. Evakuierungen, etwa im Bezirk Murau, bleiben aber aufrecht.

Wetterbilanz: 250.000 Blitze

Großeinsatz der Feuerwehr

Die Regenschauer hatten sich bis Mitternacht aus der Obersteiermark in Richtung Osten und Süden verzogen, was den Bewohnern vor allem in Öblarn, Oberwölz, Kobenz und den anderen stark von den Unwettern betroffenen Gemeinden eine etwas ruhigere Nacht als die beiden davor bescherte. Dennoch mussten wegen des neuerlichen Regens noch am Sonntag die Gemeinden Schöder und St. Peter am Kammersberg (beide Bezirk Murau) ebenfalls zu Katastrophengebieten erklärt werden.

Im Bezirk Liezen waren am Sonntag 452 Kräfte der Feuerwehr mit 92 Fahrzeugen und 27 Sonderfahrzeugen im Einsatz. Am Unternehmensgelände der RHI in Rottenmann wurden 2.000 Sandsäcke abgefüllt und in Donnersbachwald haben die Aufräumarbeiten mit sieben Baggern begonnen. In der gesamten Steiermark waren am Sonntag von 6.00 Uhr bis Mitternacht bei 264 gemeldeten Einsätzen 208 Feuerwehren gefordert.

Die Feuerwehr in Öblarn wurde am Sonntag von einer Katastrophenhilfsdiensteinheit ( KHD) aus Hartberg unterstützt. Am Montag rückte die KHD Graz-Umgebung in Kobenz (Bezirk Murtal) an und eine KHD-Einheit aus Bad Radkersburg wird in Oberwölz (Bezirk Murau) bei den Aufräumarbeiten helfen.

Auswirkungen auf Graz

Die Regenfälle in der Obersteiermark haben in der Nacht auf Sonntag auch zu ersten Auswirkungen in Graz gesorgt: Der Pegelstand der Mur, die das Wasser aus der Obersteiermark in den Süden trägt, ist erheblich angestiegen. Daher wurden Montagfrüh die Muruferpromenade und einige Radwege behördlich gesperrt. Da zumindest bis Montagmittag mit einem weiteren Ansteigen des Murpegels im Grazer Raum zu rechnen sei, werden derzeit weiterführende Sperrmaßnahmen vorbereitet, teilte die Behörde mit.

Konkret dürfen seit Montagfrüh folgende Gefahrenbereich bis auf weiteres nicht betreten werden: die südliche Muruferpromenade (Murfelder Straße im Abschnitt von der Hortgasse bis zur Eichbachgasse/Autobahnbrücke, der Radweg am rechten Murufer zwischen Exerzierplatzstraße und Höhe Pongratz-Moore-Steg, der Radweg bei der Kalvarienbrücke (rechtes und linkes Murufer), der Radweg Elise-Steininger-Steg (linkes Murufer), die Radunterführungen bei der Berta-von-Suttner-Brücke (linkes Murufer) und Eisenbahnbrücke (rechtes Murufer), der Puchsteg, beide Radunterführungen bei der Puntigamer Brücke, der Gasrohrsteg und die Radunterführungen bei der Autobahn (rechtes und linkes Murufer).

Die Landeswarnzentrale teilte mit, dass Montagfrüh bei folgende Straßen Totalsperren verhängt waren: die Glattjochstrasse (B75), die Hocheggerstraße (L514) war nur für Einsatzfahrzeuge befahrbar, die Gaalerstraße (L517), die Kobenzerstraße (L550), die Pregerstraße (L553) auf einer Länge von etwa 600 Metern und die Sölkpaß-Straße (L704), die auf einer Länge von etwa 100 Metern komplett weggerissen wurde.

Aufräumarbeiten in Salzburg

Nach den heftigen Unwettern in den Salzburger Gebirgsgauen mit zahlreichen Murenabgängen am Wochenende hat sich am Montag die Lage nach Aufhören der Regenfälle etwas entspannt. Nachdem die Feuerwehren die ganze Nacht durchgearbeitet haben, ist die Großarler Landesstraße (L109) im Pongau wieder befahrbar. Noch gesperrt ist laut Polizei die Katschbergstraße B99 zwischen Untertauern und Obertauern.

Die Großarler Landesstraße von St. Johann nach Großarl ist seit den Morgenstunden einspurig befahrbar, es wurde ein Ampelbetrieb eingerichtet. Die Gasteiner Straße bei Dorfgastein, die auch von einem Murenabgang betroffen war, ist ebenfalls befahrbar. Die Katschbergstraße hingegen konnte noch nicht von den Geröllmassen und Schlamm befreit werden, rund 1.500 Kubikmeter haben die Fahrbahn bis zu drei Meter hoch verschüttet.

Wieder Murenabgang

Bei einem Murenabgang in Viehhofen im Pinzgau wurde am Sonntagabend ein Einfamilienhaus an der Hangseite beschädigt. Erd-und Geröllmassen drangen durch zwei Dachfenster in das Haus. Laut Polizei wurde niemand verletzt. Die örtliche Feuerwehr stand mit Kettenbaggern im Einsatz. Auch im Pongau kam es gestern erneut zu einem Murenabgang, und zwar im Gemeindegebiet von Kleinarl südlich des Jägersees. Die Straße bis zum Tappenkarsee war am Montagvormittag noch gesperrt.

Der Hochwasseralarm für die Salzach in Mittersill im Pinzgau konnte wieder aufgehoben werden. Von den Unwettern am Wochenende waren rund 30 Gemeinden im Pinzgau, Pongau und Lungau betroffen. Seit gestern, Sonntag, in der Früh haben sich rund 900 Feuerwehrleute an den Aufräumarbeiten beteiligt. Am Montag hat sich das Wetter wieder von seiner freundlichen Seite gezeigt, die Niederschläge haben aufgehört. Die Aufräumarbeiten werden allerdings noch Tage dauern.