Chronik | Österreich
29.10.2017

Nach Sturm-Sperre: Hauptbahnhof Wien wieder geöffnet

Windböen hatten Verschalungsteile eines in Bau befindlichen Hochhauses beim Hauptbahnhof gelockert. In Salzburg wurde der Flugverkehr eingeschränkt.

Der wegen des Sturms gesperrte oberirdische Bereich am Hauptbahnhof ist seit Sonntag 15.00 Uhr wieder geöffnet. Laut ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder sollten ab etwa 16.00 Uhr die Züge wieder planmäßig fahren. Der Bereich wurde aus Sicherheitsgründen auf Anordnung der Wiener Berufsfeuerwehr am Vormittag geräumt.

Windböen hatten Verschalungsteile eines in Bau befindlichen Hochhauses beim Hauptbahnhof gelockert, die abzustürzen drohten. Vereinzelt waren auch Teile auf das Bahnhofsgelände gefallen. Verletzt wurde niemand.

Verspätungen im Bahnbetrieb gab es Sonntagnachmittag lediglich auf der Südstrecke aufgrund von Sturmschäden bei Mürzzuschlag in der Steiermark.

Eingeschränkter Flugverkehr

Das Sturmtief hat in Salzburg den Flugverkehr eingeschränkt. Es wurden einige Flugverbindungen gestrichen und umgeleitet. Bis Sonntagmittag musste zwei von insgesamt neun Flugverbindungen gestrichen und fünf umgeleitet werden. Der Sturm sei laut Sprecher des Flughafens Salzburg, Alexander Klaus, nicht gleichmäßig und daher die Entscheidung, ob es einen Start oder eine Landung geben könne "fast sekundenabhängig" zu treffen und ständig neu zu bewerten. Eine Maschine konnte am Sonntagvormittag etwa bei einem Luftloch landen. Eine Sperre des Flughafen Salzburg sei daher derzeit kein Thema, sagte Klaus zur APA.

40 Einsätze der Feuerwehr

Die Berufsfeuerwehr Salzburg rückte am Sonntagsvormittag zu rund 40 Einsätzen mit 60 Mann aus. Es wurden umgestürzte Bäume, losgelöste Fassadenteile, abgetragene Kammindächer und lose Baustellenabsicherungen entfernt. "Es sind alle vierzehn Fahrzeuge von uns unterwegs. Wir arbeiten einen Einsatz nach dem anderen ab", hieß es Sonntagmittag. Außerhalb der Stadt Salzburg waren am Sonntagvormittag noch einmal 40 Feuerwehren mit knapp 1.000 Mann im Einsatz.

Im Burgenland sind durch Windböen umgerissene Bäume auf Straßen gestürzt, etwa in Bruckneudorf, Hirm, Kaisersteinbruch, Landsee und Zillingdorf. Sturmschäden galt es weiters u.a. in Antau, Purbach, St. Andrä, Tadten, Zagersdorf, Wallern, Winden und Neusiedl am See zu beseitigen. Um 13.00 Uhr verzeichnete die Landessicherheitszentrale laut Website 27 Feuerwehreinsätze.

In Niederösterreich war laut einer Aussendung des ÖAMTC vor allem das Alpenvorland von Straßensperren aufgrund des Sturms betroffen. An Bundesstraßen genannt wurden die Gutensteiner Straße (B21) bei Terz, die Lahnsattel Straße (B23) über den Lahnsattel sowie die Puchenstubener Straße (B28) zwischen Lassingrotte und Winterbach. "Wir halten derzeit bei 600 Einsätzen seit Beginn des Sturmtiefs", teilte Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando Niederösterreich Sonntagmittag mit. In Oberösterreich haben 208 Feuerwehren mit rund 2.500 Mann bis Sonntagvormittag um 10.00 Uhr bereits 276 Einsätze absolviert.

In Tschechien und Polen sind mindestens drei Menschen durch den Herbststurm ums Leben gekommen. Die Deutsche Bahn hat ihren Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands eingestellt. Wegen des Sturmtiefs "Herwart" führen derzeit keine Züge mehr in Nord- und Mitteldeutschland