Das Lichtermeer im vergangenen Jahr.

© APA/ERWIN SCHERIAU

Steiermark
06/20/2016

Stiller erster Jahrestag nach Grazer Amokfahrt

Bei der Amokfahrt vor einem Jahr wurden drei Menschen getötet.

Vor einem Jahr, am 20. Juni 2015, wurden drei Menschen bei der Amokfahrt eines damals 26-jährigen Mannes in der Grazer Innenstadt getötet und 36 teils schwer verletzt - am Montag erinnerten sich Betroffene und Opfer weitgehend im Stillen. Allein die schwarze Flagge am Rathaus war nach außen als sichtbares Zeichen zu sehen. Im GrazMuseum lagen die Kondolenzbücher aus dem Vorjahr zur Einsicht auf.

Der Gang durch die Herrengasse Montagvormittag bei Regen ließ nicht vermuten, welch tragische Ereignisse sich vor genau einem Jahr auf den Pflastersteinen vor den Häusern abgespielt hatten. Eine einzige Kerze mit Herzen darauf flackerte auf den Stufen der Stadtpfarrkirche, unweit jener Stelle, an der ein Bub an jenem Tag sein Leben verlor.

"Wir sind füreinander da!"

Wenige Gehminuten entfernt lagen im GrazMuseum in der Sackstraße die beiden Kondolenzbücher aus dem Vorjahr auf. Zwei Betreuerinnen des Kriseninterventionsteams standen im Raum davor bereit und boten sich für Gespräche an. Die Ordnungswache blieb im Hintergrund. Vereinzelte Besucher blätterten in den Büchern und sahen sich einen etwa dreiminütigen Videozusammenschnitt des Trauerzuges und der Reden aus dem Vorjahr an. An der Wand hing das ebenfalls im Vorjahr ausgerollte Banner mit der Aufschrift "Wir sind füreinander da!".

Ausschluss der Öffentlichkeit

Rund 100 Menschen waren am Vormittag zum Gedenkakt im Gemeinderatssaal des Grazer Rathauses gekommen. Die Veranstaltung blieb unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Via Aussendung teilte die Stadt aber die vorgetragenen Worte von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) mit: "Was bleibt von diesem Tag ein Jahr danach? Ich glaube jedenfalls, erhöhte Aufmerksamkeit für das, was um uns herum passiert, dass wir darauf auch reagieren, dass wir Hilfe einfordern, wenn wir merken, dass Menschen in unserer Nähe aus der Rolle fallen und zur Gefahr werden können. Dass wir auch aufmerksam sind und reagieren, wenn wir bemerken, dass es Mitmenschen gibt, die dieses Füreinander-da-sein durch Hetze und Hass stören und die Gesellschaft spalten wollen." Die Gäste der Veranstaltung seien von der Stadt eingeladen worden, um sie zu stärken und "den Versuch zu unternehmen, Kraft zu geben."

Seitens der Staatsanwaltschaft Graz hieß es am Montag, dass der Vorhabensbericht noch bei der Oberstaatsanwaltschaft zur Prüfung ist und wohl auch weiter ans Justizministerium geschickt wird. Dem Amokfahrer Alen R. dürfte daher frühestens im Spätherbst der Prozess gemacht werden.

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