Chronik | Österreich
24.11.2017

Steirische Ermittler zerschlugen neunköpfige Diebesbande

Die Gruppe aus Rumänien hatte in Steiermark seit 2012 Diebstähle, Einbrüche und Überfälle begangen. Alle mutmaßlichen Täter sind in Haft.

Steirische Ermittler haben zusammen mit der Verbindungsbeamtin in Bukarest eine neunköpfige rumänische Tätergruppe zerschlagen. Die Männer zwischen 25 und 40 Jahren haben etliche Straftaten am Kerbholz, von Diebstählen, Einbrüchen und Überfällen bis zu Körperverletzungen. Die Täter wurden in Österreich, Deutschland, Italien und Rumänien festgenommen, sagte am Freitag ein Ermittler der APA.

Seit fünf Jahren aktiv

Die "Aktivitäten" der rumänischen Bande hatten schon am 21. Dezember 2012 begonnen. Unbekannte Täter hatten damals gegen 3.00 Uhr einen im Foyer einer Bank im Grazer Stadtbezirk Waltendorf aufgestellten Bankomaten mit einem Schweißgerät aufzuschneiden versucht. Dies war jedoch misslungen. Knapp zwei Monate später, am 13. Februar 2013 wurde ein damals 76-jähriger Pensionist nach Abstellen seines Autos in seinem Carport von maskierten Räubern überfallen. Der Mann erlitt dabei schwere Verletzungen. Die Täter erbeuteten einen Bargeldbetrag von rund 4.500 Euro.

Beamten der Raubgruppe des Landeskriminalamtes gelang es in Zusammenarbeit mit dem Stadtpolizeikommando Graz und der Verbindungsbeamtin in Rumänien in den vergangen Jahren nach und nach, die insgesamt neun mutmaßlichen Täter auszuforschen. Die ersten Festnahmen gab es bereits Mitte 2015. Im September und Oktober dieses Jahres wurden die letzten drei noch auf freiem Fuß befindlichen Bandenmitglieder verhaftet.

Lebensgefährtin zur Prostitution gezwungen

Auf die Spur der Männer war man durch Erhebungen in einer anderen Strafsache im Milieu gekommen, sagte der Ermittler zur APA. Als Kopf der Bande gilt ein 37-jähriger Rumäne, der seine damalige Lebensgefährtin in Linz und Graz zur Prostitution gezwungen haben soll. Dieser sitzt wegen anderer Delikte bereits in Rumänien ein und wird "frühestens im Jahr 2030 zur Auslieferung gelangen können", teilte der Kriminalist mit.

Als "Hauptquartier" zur Planung der verschiedenen Straftaten diente die Wohnung des 37-Jährigen in Graz, die dieser jahrelang bewohnte, ohne gemeldet zu sein. Die Bandenmitglieder seien teils geständig und würden sich in ihren Aussagen gegenseitig belasten, hieß es.