Steirerin lebte tagelang neben totem Vater

Symbolbild. © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Eine besorgte Schwester veranlasste mit der Polizei die Türöffnung, nachdem in der Wohnung niemand erreichbar gewesen war.

Eine 54-Jährige soll wochenlang neben ihrem toten Vater in einem Wohnhaus im steirischen Bezirk Leibnitz gelebt haben. Die zweite Tochter hatte Alarm geschlagen, weil sie seit Tagen nichts mehr von ihrer Schwester und dem Vater gehört hatte. Am Montagabend ließ die Polizei die Haustür öffnen. Sie fanden die Leiche des Mannes. Die verstörte Tochter hatte sich in einem Dachgeschoß-Zimmer versteckt.

Polizei-Sprecher Fritz Grundnig bestätigte am Dienstag einen Bericht der Online-Ausgabe der "Kleinen Zeitung", wonach die Beamten das Haus am Montag hatten öffnen lassen. Der 82-jährige Vater lag in der Küche auf einer Couch und dürfte bereits ein oder zwei Wochen zuvor verstorben sein. Von der im selben Haus wohnenden 54-jährigen Tochter war vorerst nichts zu sehen. Die Ermittler entdeckten sie aber später im Haus. Sie machte wirre Angaben und wurde in die Nervenklinik nach Graz gebracht.

Bisher haben die Ermittler keine Spuren von Fremdeinwirkung an der Leiche festgestellt, die Staatsanwaltschaft hat aber eine Obduktion angeordnet. Derzeit geht die Polizei von einem Todesfall aus gesundheitlichen Gründen aus. Die Tochter dürfte psychisch krank sein. Sie und ihr Vater hatten seit etwa 25 Jahren zurückgezogen in dem Haus gelebt und kaum Kontakt zu anderen Menschen.

( Agenturen , mog ) Erstellt am 07.02.2017