Chronik | Österreich
10.06.2014

Banker-Mord:Taucher fanden Kübel mit Leichenteilen

Zwei Angestellte einer ausländischen Bank sollen einen wohlhabenden Kunden getötet haben.

Seit zwei Wochen wurde danach gesucht, gestern hatte die Polizei Erfolg: In Frohnleiten im Norden von Graz bargen Taucher der Cobra mehrere Kübel aus der Mur, in die Leichenteile einbetoniert wurden. Das Opfer soll bereits Mitte Februar getötet worden sein, doch der Fall flog erst Ende Mai nach einer Vermisstenanzeige auf.

Zwei Verdächtige sitzen seit 26. Mai in Graz in Untersuchungshaft. Die beiden Angestellten einer ausländischen Bank sollen den 54-jährigen Heinz E. in ihr Auto gelockt, erdrosselt und in einem gemieteten Container zersägt haben. Die Leichenteile sollen sie in bis zu 15 Kübel gepackt, mit Beton vollgefüllt und in der Mur versenkt haben.

80.000 Euro

Das Motiv laut Staatsanwaltschaft Graz: 80.000 Euro die Bankangestellten sollen das Geld vom Sparbuch des wohlhabenden Kunden veruntreut haben. E. soll das bemerkt und die Bankbetreuer darauf angesprochen haben.

Zur Polizei ging er nicht, wohl aufgrund seiner eigenen schweren psychischen Erkrankung. 2012 stand E. vor Gericht, weil er eine Tankstelle in Brand gesteckt hatte.

Bisher verfügte die Justiz nur über DNA-Spuren des Opfers in dem leeren Container und das Geständnis des jüngeren Verdächtigen. Der 23-Jährige beschuldigte den Freund und Kollegen, 29, als Haupttäter. Er selbst habe nur geholfen, die Leichenteile loszuwerden. Der 29-Jährige schwieg bisher.

Untersuchung dauert

Dienstagmittag wurde der erste Kübel geborgen, am Nachmittag folgten dann noch drei weitere. Sie entsprachen der Beschreibung, die der jüngere Verdächtige geliefert hat. Die Untersuchung der Kübel dürfte noch einige Tage dauern. Die darin vermuteten Leichenteile sollen vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung in Graz untersucht werden. Außerdem geht die Justiz davon aus, dass noch weitere Kübel an anderen Stellen entsorgt worden sind.