Chronik | Österreich
01.09.2017

Starker Anstieg: 91 Verkehrstote im Sommer

Im Juli und August gab es deutlich mehr Opfer als in den Monaten zuvor.

Seit Jahresbeginn sind laut vorläufigen Zahlen des Innenministeriums 260 Personen auf Österreichs Straßen tödlich verunglückt. Das ist aktuell der geringste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. In den Sommermonaten Juli und August gab es allerdings 91 Verkehrstote zu beklagen - und das sind deutlich mehr Opfer als in den Monaten davor, berichtete der ÖAMTC am Freitag.

Besonders tragisch war die Ferienwoche von 14. bis 20. August, in der 17 Menschen im Straßenverkehr ums Leben kamen. Insgesamt starben im Juli und August 34 Motorradfahrende, 24 Pkw-Insassen, 13 Fußgänger, zwölf Radfahrer, fünf Lkw-Insassen und drei Mopedlenker. Im Vergleichszeitraum 2016 waren es 101 (2015: 106) Verkehrstote.

Motorradfahrer besonders gefährdet

Die steigende Zahl von Motorradfahrenden spiegelte sich in den Unfallzahlen wider. Allein in den Sommermonaten verloren 34 Biker ihr Leben, insgesamt sind es 2017 bereits 70. Der Anteil der Motorradfahrer an allen tödlich Verunglückten im Sommer ist mit 37 Prozent höher als in den vergangenen fünf Jahren (im Vorjahr waren es noch 34 Prozent).

"Zum einen kam es häufig zu Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern wegen falsch gewählter Fahrlinien oder Geschwindigkeiten – sei es vom Motorradfahrer oder vom Unfallgegner. Zum anderen verunfallten Motorradfahrende oftmals alleine, weil sie etwa Streckenführungen falsch einschätzten, nicht mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs waren oder einfach Fahrfehler aufgrund mangelnder Routine gemacht haben", berichtete Felix Etl vom Club, der auf bewusstseinsbildende Maßnahmen und gezielte Trainings setzt.

Das durchschnittliche Alter der getöteten E-Bike-Benutzer liegt dieses Jahr bei 57 Jahren – bisher verunglückten fünf E-Biker tödlich (im gesamten Vorjahr waren es 16). "Wir empfehlen dringend, die Handhabung von E-Bikes in Kursen zu üben und jedenfalls Helme zu tragen", sagte Etl.