Chronik | Österreich
27.02.2015

Gans mit Dose im Schnabel gerettet

Knapp zwei Wochen lang scheiterten alle Fangversuche. Jetzt wurde "Mimi" operiert.

Zwei Wochen lang sind alle Versuche gescheitert, eine Gans beim Leopoldskroner Weiher in der Stadt Salzburg zu fangen, die sich selbst nicht von einer zerquetschten Dose im Schnabel befreien konnte. Die Sorge der Tierschützer war groß, dass der bereits abgemagerte Vogel verhungern könnte. Am (heutigen) Freitag nahm das Martyrium ein vorerst glückliches Ende.

Die Tierpfleger Christopher Köppl und Michael Gruber fingen Gans "Mimi", wie sie seither liebevoll genannt wird, am 12. Tag der Fangversuche mit bloßen Händen ein, nachdem sie ihr den Weg zum Wasser erfolgreich abgeschnitten hatten.

Das Tier hatte durch den scharfen Rand der Dosenöffnung eine Verletzung am Unterschnabel. Die Red-Bull-Dose, die sich in dem Schnabel verfangen hatte, musste von Zoo-Tierärztin Miriam Wiesner entfernt werden. Das Metallstück musste dazu aufgeschnitten werden. Um das Aluminium schmerzfrei zu entfernen, wurde die Gans mit Narkosegas betäubt.

Mehr Bilder von Mimi

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Gans Mimi Leopoldskroner Weiher Salzburg…

SALZBURG: RETTUNGSAKTION EINER GANS MIT DOSE IM SC

Gans Mimi Leopoldskroner Weiher Salzburg…

SALZBURG: RETTUNGSAKTION EINER GANS MIT DOSE IM SC

Gans Mimi Leopoldskroner Weiher Salzburg…

Gans Mimi Leopoldskroner Weiher Salzburg…

Gutes Zeichen: Mimi pfaucht

"Die Gans ist wohlauf. Sie pfaucht wenn man in ihre Nähe kommt", freute sich Zoo-Tierärztin Miriam Wiesner über ein kräftiges Lebenszeichen des gefiederten Patienten.

Die nächsten paar Tage wird Mimi zur Erholung in einem Stall im Zoo Salzburg bleiben. Für Besucher ist sie nicht zu sehen. "Sie wird hier aufgepäppelt und beobachtet. Die Verletzung wird hoffentlich problemlos abheilen. Sie hat wohl an Gewicht verloren, eine Todesgefahr bestand aber noch nicht. Sie soll so schnell wie möglich zum Weiher zurückkehren", sagte Wiesner.

Appelle an Tierfreunde

Die Fangversuche des Zoos und der Berufsfeuerwehr waren durch Personen erschwert worden, die auf eigene Faust die scheue Gans fangen wollten. "Sie wurde dadurch verschreckt", erklärte Beck-Graninger. Auch der Wiener Tierschutzverein hatte sich bereits große Sorgen um die Graugans gemacht und an die Bevölkerung appelliert, die professionellen Helfer nicht zu behindern. "Sollte die Rettung nicht bald klappen, wird das Tier mit hoher Wahrscheinlichkeit sterben", warnte der Tierschutzverein noch am Freitagvormittag in einer Aussendung. Doch diese Gefahr ist ja nun zum Glück gebannt.