Chronik | Österreich
23.11.2017

Stadt-Land-Gefälle bei Gehaltserhöhungen

Städte zahlen ihren Beamten wie der Bund um 2,33 Prozent mehr. Länder Steiermark und Oberösterreich rechnen noch.

Bund, Land oder Stadt? Das macht schon einen Unterschied, wenn man im öffentlichen Dienst arbeitet. Während das Land Steiermark seinen Mitarbeitern (ebenso wie Oberösterreich) ein Gehaltsplus von nur rund einem Prozent gewähren will, schließt sich der steirische Städtebund dem Bundesergebnis an. Dies sieht ein Plus von 2,33 Prozent vor.

"Unsere engagierten Bediensteten erbringen eine Vielzahl von Leistungen in der Verwaltung", begründet Städtebund-Chef und SPÖ-Bürgermeister von Leoben, Kurt Wallner. "Diesen Arbeitseinsatz wollen wir auch monetär wertschätzen."

Zu hohe Kosten

Ebenso deutlich, aber nicht so erfreulich für die rund 7000 Mitarbeiter im Landesdienst ist die Haltung ihres obersten Chefs. Personallandesrat Christopher Drexler, ÖVP, kann sich nicht mehr als ein Prozent Plus vorstellen. Das sei im Budgetvoranschlag für 2018 so berücksichtigt und damit eine ähnliche hohe Gehaltssteigerung wie heuer. Ein Prozent mehr Gehalt kostet das Land rund vier Millionen Euro; ein Gehaltsplus wie im Bund bedeuteten dagegen rund neun Millionen Euro Zusatzkosten.

Allerdings ist das nicht alles: Auch die Angestellten der ausgegliederten Landesgesellschaften werden mitberechnet, die Spitalsholding mit ihren rund 18.000 Mitarbeitern etwa. Auch für sie gilt der Gehaltsabschluss des Landes. Ein Plus von mehr als zwei Prozent würde sich mit weiteren rund 30 Millionen Euro zusätzlich zu Buche schlagen.

Reden und rechnen

In der Steiermark beginnen die Verhandlungen zwischen Politik und Personalvertretung in den nächsten Tagen, Personalvertreter Günther Lippitsch fordert 2,33 Prozent mehr und nicht nur ein Prozent. Doch in der Steiermark scheinen die Fronten noch nicht so festgefahren wie in Oberösterreich. Weil es auch dort nur ein Prozent Gehaltserhöhung geben soll, kündigte die Gewerkschaft vergangene Woche eine Beamten-Demonstration am Krampustag an. Doch zuvor wird geredet und gerechnet: Am Montag gab es eine erste Verhandlungsrunde mit Landeshauptmann Thomas Stelzer, ÖVP. Kommende Woche folgen weitere Termine.

Die Zeit ist knapp: Am 30. November tagt der Budgetausschuss des Landes, für die Woche darauf ist die Großdemonstration angekündigt. Unklar ist bisher auch, welche Richtung die oberösterreichischen Gemeinden einschlagen werden. Seitens des Gemeindebundes hieß es am Donnerstag, dass die Frage des Gehaltsabschlusses noch "völlig offen" sei.