Chronik | Österreich
11.04.2013

Nach Predigtverbot darf Pfarrer wieder zurück

Karl Tropper darf trotz abfälliger Sager über Islam und Homosexualität wieder Messen in der Kirche lesen.

Das Predigtverbot ist vorbei, Karl Tropper darf bis zu seinem Pensionsantritt Ende August wieder Messen in der Kirche lesen: Der wegen seiner abwertenden Äußerungen über Islam und Homosexualität umstrittene Pfarrer von St. Veit am Vogau in der Südsteiermark ist nur für die Karwoche von der Diözese Graz-Seckau ausgetauscht worden.

Mehrfach ist der studierte Theologe von Bischof Egon Kapellari in den vergangenen Jahren schon ermahnt worden: Er soll „komplexe Themen“ wie Islam und Homosexualitität nicht in einem „unkultivierten Stil und mit schrecklichen Vereinfachungen“ behandeln. Der Pfarrer habe dies zu unterlassen. Tropper unterstellte etwa gleichgeschlechtlichen Paare, „Seuchenträger“ zu sein: Überall sinke die Anzahl der HIV-Neuinfektionen, nur „nicht bei den Homo-Perversen“. Die seien verantwortlich für „sechs Millionen Aids-Tote“. Das handelte ihm sogar Strafanzeigen ein, doch die Staatsanwaltschaft Graz stellte die Ermittlungen ein.

Einschränken muss sich der Priester nicht nur verbal, sondern auch schriftlich. In seinem Pfarrblatt darf er diese Themen nicht mehr behandeln. Weiter herausgeben darf er sie bis zur Pension schon, entgegen anderslautender Medienberichte erteilte die Diözese kein generelles Pfarrblatt-Verbot.