Chronik | Österreich
01.09.2017

Sommerende mit Unwettern: Es kommt mehr Regen - und Schnee

Fast 25.000 Blitze in einer Nacht, Überschwemmungen, Schäden durch Hagel und Muren.

Hagel, der so dicht fiel, dass die Wiese wirkte, wie von Schnee bedeckt. Ein Stall, der durch den Hagelschlag schwer beschädigt wurde. Und sechs Familien, die die Nacht bei Freunden verbringen mussten, weil ihre Siedlung von einem Erdrutsch bedroht war: Der Sommer ging in der Nacht auf Freitag mit Unwettern zu Ende. 49.838 Blitze registrierte der Wetterdienst UBIMET österreichweit, die Hälfte davon in der Steiermark.

Besonders vom Unwetter betroffen war die Obersteiermark, vor allem das Enns- und Salzatal. Am Grimming kam es zu einem Felssturz, am Fuße des Berges in Gröbming standen sechs Häuser im potenziellen Gefahrengebiet. Freitagmittag gaben Geologen und Bezirkshauptmannschaft Liezen aber Entwarnung: Es bestehe keine Gefahr auf einen Erdrutsch, die betroffenen Familien durften wieder zurück.

Anderswo wurden Freitag die Folgen des Unwetters erst richtig sichtbar: In Gams wurde ein Stall zerstört, die Feuerwehren Gröbming und Pruggern hatten Dutzende Einsätze wegen überfluteter Keller und verlegter Straßen. Die Ennstal-Bundesstraße wurde bei Gröbming von einer Mure getroffen und war nur erschwert passierbar.

Auch die großen Regenmengen machten zu schaffen. Binnen einer Stunde gingen etwa in Mooslandl 77 Liter pro Quadratmeter nieder, in Gröbming 64 Liter, in Rottenmann waren es 62 Liter. Nach einer Regenpause ging es Freitagmittag‚ wieder los, doch diesmal traf es mehr den Osten. Im Raum Hartberg gab es Überflutungen.

Hochwasser-Gefahr

Allerdings dürfte sich die Wetterlage nicht bessern, im Gegenteil. Laut UBIMET ist bis Sonntag weiterhin mit "großen Regenmengen" und Gewittern zu rechnen. Das dürfte erneut die Steiermark, aber auch Kärnten sowie das südöstliche Niederösterreich und Teile des Burgenlands treffen. Die Meteorologen sagen 20 bis 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter voraus. Für die Weststeiermark gibt es eine Hochwasserwarnung, im Bergland könnten auch schon die ersten Schneeflocken fallen: Die Schneefallgrenze sinkt auf 1800 Meter.

Aber es gibt einen Lichtblick: Ab Montag soll die Wetterlage wieder freundlicher werden, Dienstag werden Tageshöchstwerte zwischen 16 und 24 Grad prognostiziert.