Chronik | Österreich
12/29/2015

Silvester: Feuerwerksverbot für ganz Tirol

Begründet wurde Verbot mit der erhöhten Brandgefahr aufgrund der Trockenheit. Strafrechtliche Konsequenzen.

In Tirol wurde Dienstagmittag ein ab sofort geltendes landesweites Verbot von Privatfeuerwerken, offenem Feuer und Rauchen im Wald und dessen Gefährdungsbereichen verordnet. Wegen der akuten Waldbrandgefahr hatte ein solches Verbot bereits für die Bezirk Lienz und Reutte bestanden.

Am Dienstag folgten die übrigen Bezirke. "Wir bitten die Bevölkerung um Verständnis, dass die Sicherheit an vorderster Stelle stehen muss", erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Betroffen sind nicht nur Waldgebiete, sondern auch Wiesen, wobei sonnenbeschienene Hänge derzeit sehr ausgetrocknet und deshalb besonders feuergefährdet sind. Am Montag war es in Osttirol und am Brenner zu Wald- und Wiesenbränden gekommen.

Strafrechtliche Konsequenzen

Die Landesregierung appellierte in einer Aussendung an die Vernunft und wies auf empfindliche Verwaltungsstrafen bzw. auf strafrechtliche Konsequenzen hin. Verursacher von Bränden müssten auch für Feuerbekämpfungskosten, die insbesondere auch durch den Einsatz von Hubschraubern entstehen, aufkommen.

Laut ZAMG werde es in Tirol frühestens in der Nacht auf Freitag zu etwas Niederschlag kommen, was die Situation entschärfen könnte. Die Feuerwehren sind jedenfalls in erhöhter Alarmbereitschaft. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit wird mancherorts im Ernstfall mit Engpässen beim Löschwasser gerechnet.

Die Stadt Innsbruck hatte am Dienstag zuvor ein Verbot für das Zünden von Feuerwerkskörpern ab der Kategorie F2 im gesamten Stadtgebiet verordnet. Begründet wurde das Verbot mit der erhöhten Brandgefahr aufgrund der Trockenheit. "Es geht dabei um die allgemeine Sicherheit", erklärte Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI), "eine unbedacht gezündete Rakete kann bei den aktuellen Umweltgegebenheiten großen Schaden anrichten." Ein Waldbrand von Montag im Wipptal belege, wie gefährlich die Situation derzeit sei.

Wunderkerzen und Knallerbsen erlaubt

Erlaubt bleiben weiterhin Feuerwerkskörper der Kategorie F1, wie Wunderkerzen, Knallerbsen oder Tischfeuerwerke. Die Verordnung bezieht sich auch auf das unbebaute Stadtgebiet und gilt in ganz Innsbruck.

Ausgenommen sind lediglich "behördlich angemeldete Feuerwerke", wie zum Beispiel das "Innsbrucker Bergsilvester" in der Altstadt. Dafür seien die Sicherheitsvorkehrungen extrem hoch, rechtfertigte die Bürgermeisterin die Ausnahme.

Kärnten: Mehr als 30 Gemeinden verbieten Feuerwerke

Mehr als 30 Gemeinden in Kärnten haben ein Feuerwerksverbot für das Gemeindegebiet ausgesprochen. Damit ist diese Zahl bis Dienstagmittag erneut gestiegen, weitere Gemeinden könnten bis zum Silvestertag noch folgen. In Oberkärnten wird das neue Jahr besonders oft ohne Knallerei begrüßt - im Bezirk Spittal an der Drau gilt das Verbot in fast allen Gemeinden.

Im Bezirk Hermagor wurde laut Bezirkshauptmannschaft nur in zwei Gemeinden auf eine Ausnahmeregelung verzichtet, mit der das ganzjährig geltende Feuerwerksverbot aufgehoben wird. Rund um Villach gilt das Verbot laut Behördenangaben in neun Gemeinden. Doch auch, wenn in einer Gemeinde das Abschießen von Silvesterraketen erlaubt ist, ist Vorsicht geboten: Denn in Kärnten hat es in den vergangenen Wochen keine nennenswerten Niederschläge gebieten. In einigen Bezirken gilt seit November ein Verbot von offenem Feuer im Wald oder in waldnahen Gebieten.