Wirklich auszuhalten war es am Samstag eigentlich nur im Wasser - sofern ein Platzerl ergattert wurde.

© APA/Sebastian Kahnert

Hohenau und Laa waren Österreichs Hitzepole
07/18/2015

Hohenau und Laa waren Österreichs Hitzepole

Am Sonntag sind ähnlich hohe Temperaturen und schwere Unwetter zu erwarten.

Während der Westen und Süden des Landes von schweren Unwettern heimgesucht wurde (siehe unten), hatte der Osten mit der Hitze zu kämpfen. Hohenau in Niederösterreich und Laa an der Thaya waren am Samstag die heißesten Ort in Österreich mit jeweils 37,2 Grad. Auf den Plätzen folgen Gars am Kamp mit 36,9 Grad und Krems mit 36,8 Grad.

In Wien war es am heißesten in der Inneren Stadt (35,9 Grad). In Oberösterreich waren Gmunden mit 34,2 Grad und in Salzburg die Messstelle Freisaal mit 34,1 Grad die heißesten Orte. In Kärnten konnte Dellach im Drautal Rekordwerte von 33,6 Grad für sich verbuchen. Murau war der Hitzepol mit 32,8 Grad in der Steiermark. In Tirol gewann die Messstelle Innsbruck-Universität (32,7 Grad) die Spitze und im Burgenland waren Podersdorf und Eisenstadt gleich auf mit 32 Grad. In Vorarlberg war es in Bludenz (29,4 Grad) am heißesten.

Am Sonntag werden die Temperaturen wieder gegen 38 Grad gehen, gleichzeitig warnen die Meteorologen vor schweren Unwettern (siehe unten).

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Sonntag soll noch turbulenter werden

Meteorologe Martin Puchegger stellt sich auf einen "spannenden Tag" in der Unwetterwarnzentrale des Wetterdienstes Ubimet ein. Denn der Höhepunkt der heftigen Unwetter, die bereits ab Freitagabend die Feuerwehren im Westen und Süden Österreichs auf Trab gehalten haben, werden für Sonntag erwartet. "Das betrifft fast ganz Österreich, außer den äußersten Südosten", warnt Puchegger.

Von Norden nähert sich ein Tiefdruckgebiet. Gleichzeitig sind im östlichen Flachland Temperaturen bis zu 38 Grad möglich. "Dadurch nimmt das Wetter Fahrt auf. Die Gewitter können sehr zünftig werden", sagt der Meteorologe. Heftige Unwetter seien an der Alpennordseite vom Tiroler Unterland bis in die Rax hinein zu erwarten. Aber auch im Flachland wird es turbulent. Praktisch im ganzen Land ist mit heftigen Gewittern zu rechnen, die sich als Starkregen oder Hagel niederschlagen und von Sturm begleitet werden können.

Schwere Unwetter im Westen und in der Steiermark

Wegen heftiger Gewitter und Hagelunwetter waren die Feuerwehren Freitagabend und in der Nacht auf Samstag in der Steiermark, Tirol und in Vorarlberg im Großeinsatz. In dem südlichen Bundesland wurden erneut schwere Schäden in der Landwirtschaft verzeichnet, meldete die Hagelversicherung.

In der Steiermark waren von den Hagelunwettern vor allem Getreidekulturen, Mais, Kürbis, Soja, und Obstkulturen wie Apfel, Marille oder Pfirsich betroffen. Die Hagelversicherung geht von einem Gesamtschaden von rund einer Million Euro auf einer landwirtschaftlichen Fläche von 1.500 Hektar aus.

Die Landesleitzentrale der Feuerwehr zählte 116 Einsätze zwischen 22.00 und 3.30 Uhr. Während es in der Obersteiermark überwiegend Sturmschäden - umgeknickte und entwurzelte Bäume sowie Schäden an Hausdächern - gab, waren im Süden eher unter Wasser stehende Keller und Straßen das Problem. Der Großteil der Aufräum- und Pumparbeiten wurde noch in der Nacht abgeschlossen. Vereinzelt waren die Feuerwehren aber auch am Samstag noch damit beschäftigt.

Zahlreiche Bäume stürzten um und blockierten Straßen, die in der Folge gesperrt wurden. Betroffen waren laut der örtlichen Feuerwehr Teile der Kaltenbrunner Straße, Im Tal sowie der obere und der untere Tollinggraben. Im oberen Tollinggraben waren auch am Samstag noch acht Wohn- bzw. Bauernhäuser von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete die Polizei.

Schwere Schäden in Kufstein

Auch in Tirol und Vorarlberg mussten die Einsatzkräfte hauptsächlich zu umgestürzten Bäumen ausrücken, die die Straßen blockierten. In Kufstein deckte der Sturm das Dach einer Wohnanlage ab, mehrere Pkw wurden schwer beschädigt. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Rund 190 Einsätze wurden verzeichnet.

Während eines Festes im Stadtpark Kufstein stürzte ein Baum auf eine Verkaufshütte, auch hier kamen nach Polizeiangaben keine Personen zu Schaden. Allein zwischen 18.00 und 20.00 Uhr seien 120 Einsatzmeldungen eingegangen, hieß es bei der Leitstelle Tirol. Besonders betroffen waren die Bezirke Imst, Innsbruck und Innsbruck-Land sowie Schwaz und Kufstein. Abgeknickte Bäume störten den Verkehr, kurzzeitig etwa auch auf der Inntalautobahn A12. Oberhalb von Obsteig (Bezirk Imst) kam es nach einem Blitzschlag zu einem Waldbrand. Die Brandbekämpfung in dem unwegsamen Gelände gestaltete sich sehr schwierig, das Feuer wurde gegen 23.00 Uhr gelöscht, so die Polizei.

20 Einsätze in Vorarlberg

In Vorarlberg zählte die Leitstelle 20 Einsätze, großteils im Raum Unterland. Zumeist habe es sich um umgestürzte Bäume, Telefonmasten, Werbeplakate oder Bauzäune gehandelt, berichteten die Einsatzkräfte. Einige Autos wurden durch herabfallende Äste demoliert. Im Wildpark in Feldkirch stürzte ein Baum auf den Zaun, was einigen Tieren einen kurzen Ausflug in die Freiheit ermöglichte, bevor sie von den Einsatzkräften eingefangen wurden. Am Bodensee bei Fußach (Bezirk Bregenz) geriet ein Segelboot kurz vor der Einfahrt zum Hafen in Seenot, weil es der Besatzung bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h nicht mehr gelang, die Segel einzuholen. Das Boot konnte rund einen Kilometer vor dem deutschen Ufer gestoppt werden.

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