Chronik | Österreich
29.05.2017

Schwere Gewitter beenden kurze Hitzewelle

Höhepunkt der Hitze am Dienstag, zunehmende Unwettergefahr. Gewitter sorgen in der Nacht auf Mittwoch überall für Abkühlung.

Das sommerliche Wetter erreicht laut UBIMET am Dienstag seinen vorläufigen Höhepunkt: Die Temperaturen steigen auf 33, vereinzelt sogar auf 34 Grad. Die Quellwolken werden tagsüber aber bereits deutlich mehr, am Nachmittag bilden sich vom westlichen Bergland ausgehend zahlreiche und mitunter heftige Gewitter. Dabei besteht Unwettergefahr durch Starkregen und Hagel. Diese Gewitter breiten sich immer weiter aus und können in der Nacht auf Mittwoch auch das östliche Flachland erreichen. Am Mittwoch geht es gewittrig weiter, besonders im Süden besteht nach wie vor erhöhtes Unwetterpotenzial.

Bis es soweit ist, steigert sich die Hitze aber noch mal. Am Sonntag war es mit 31,9 Grad in Bludenz am wärmsten. Nach verbreitet rund 30 Grad am Montag steht am Dienstag der vorläufige Höhepunkt der Hitze bevor. Dann erreichen die Höchstwerte bis zu 33 Grad. „Die Hotspots werden im Weinviertel oder im Nordburgenland sein, hier sind vereinzelt sogar bis zu 34 Grad möglich“, sagt UBIMET-Meteorologe Manfred Spatzierer. „Die Luft wird allerdings allmählich unangenehm schwül.“

Die große Hitze ist aber nicht von Dauer, heftige Gewitter sorgen spätestens in der Nacht auf Mittwoch überall für Abkühlung. „Dabei kann es heftig zugehen mit wolkenbruchartigem Regen, Hagel und Sturmböen“, prognostiziert der Meteorologe. Die ersten Gewitter bilden sich am Dienstag in Vorarlberg und Tirol und breiten sich langsam auf immer größere Landesteile aus. In der Nacht auf Mittwoch muss man auch im Donauraum und im Osten stellenweise mit schweren Unwettern rechnen. Vorerst größtenteils verschont bleiben nur Kärnten, die Steiermark und das Burgenland, wo vorerst nur einzelne, heftige Gewitter im Berg- und Hügelland entstehen.

Am Mittwoch geht es gewittrig weiter, vor allem im Bereich der Alpen sowie in Kärnten, der Steiermark und im Süd- und Mittelburgenland besteht Unwettergefahr. Darüber hinaus muss man punktuell mit großen Regenmengen und kleinem Hagel rechnen. Dabei kann es lokal zu Überflutungen und Vermurungen kommen. Die Temperaturen gehen mit maximal 21 bis 29 Grad eine Spur zurück, oft ist aber drückend schwül, wie UBIMET mitteilte.

Wenig Wetteränderung gibt es am Donnerstag, dem meteorologischen Sommerbeginn, und am Freitag: Es bleibt sehr schwül mit einigen kräftigen Regenschauern und Gewittern vor allem im Bergland und im Süden. Zwischendurch gibt es zwar sonnige Phasen, meist sind diese aber nur von kurzer Dauer. Länger sonnig und mitunter sogar trocken kann es hingegen im östlichen Flachland sowie im Donauraum bleiben. Die Temperaturen sind mit 21 bis 29 Grad nach wie vor sommerlich, am wärmsten wird es in Wien, im östlichen Niederösterreich und im Nordburgenland.

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Frühling 2017 unter den zehn wärmsten der Messgeschichte

Der meteorologische Frühling 2017, der die Monate März bis Mai umfasst, dürfte nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zu den zehn wärmsten der 251-jährigen Messgeschichte gehören. Er lag um etwa 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel, war dazu verhältnismäßig niederschlagsarm und überdurchschnittlich sonnig.

"Der Frühling 2017 liegt ziemlich genau im langfristigen Temperaturtrend", sagte Klimatologe Alexander Orlik von der ZAMG am Montag. "In den letzten 30 Jahren wurden die Frühlingsmonate um rund 1,5 Grad Celsius wärmer." Am wärmsten war der Frühling 2017 im Süden Österreichs. Hier gab es vereinzelt auch Rekorde. So erlebte Lienz den wärmsten Frühling seit dem Messbeginn im Jahr 1854. In Klagenfurt (Messungen seit 1813) war es der zweitwärmste Frühling und an der Wetterstation Graz-Universität (Messungen seit 1837) der drittwärmste Frühling seit Messbeginn. Die höchste Temperatur wurde mit 31,9 Grad am gestrigen Sonntag im Vorarlberger Bludenz gemessen.

"Der Frühling 2017 war auch größtenteils relativ trocken und brachte in der österreichweiten Auswertung um zehn Prozent weniger Niederschlag als im Mittel, wenn man auch die Prognosen für die letzten Tage berücksichtigt", bilanzierte Orlik. "Besonders trocken waren viele Gebiete von Osttirol über Kärnten und die Steiermark bis zum Burgenland mit 15 bis 50 Prozent weniger Niederschlag. Das ist hier der trockenste Frühling seit dem Jahr 2003. Etwas nasser als im langjährigen Mittel war es in diesem Frühling in einigen Regionen von Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich mit einem Niederschlags-Plus von 15 bis 35 Prozent."

Die Sonne schien ebenfalls vergleichsweise häufig. Österreichweit wurde bisher ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem vieljährigen Mittel ausgewiesen. Die relativ sonnigsten Regionen waren Vorarlberg, Tirol, Kärnten, die Steiermark und das Südburgenland. Hier zeigte sich die Sonne um zehn bis 30 Prozent öfter als im Mittel. Von Salzburg bis ins Nordburgenland gab es ausgeglichene Sonnenscheinverhältnisse.