Chronik | Österreich
26.01.2015

Schussopfer bangt um sein Augenlicht

14-Jähriger, der 13-Jährigen mit Gasdruckpistole schwer verletzt haben soll, ist amtsbekannt.

Jener 13-jährige Bursche, der am Samstag bei einer Schießerei mit einer Gaspistole in Klagenfurt zwei Mal im Gesicht getroffen wurde, bangt um sein Augenlicht. Am Dienstag ist eine neuerliche OP erforderlich; erst in wenigen Wochen werde man beurteilen können, ob eine Erblindung auszuschließen sei, heißt es aus dem Klinikum Klagenfurt.

Indes wurde öffentlich, dass der 14-jährige mutmaßliche Schütze, der aktuell in Untersuchungshaft sitzt, amtsbekannt ist. Im Oktober 2014 wurde er des versuchten Raubüberfalls auf eine Trafik in der Klagenfurter Villacher Straße beschuldigt. Und bereits damals sammelte er seine ersten Erfahrungen in der U-Haft. "Das Ermittlungsverfahren war wegen mehrerer zwischenzeitlich eingelangter Nachtragsanzeigen, die noch ermittelt werden mussten, nicht zu finalisieren", sagt Antoinette Tröster von der Staatsanwaltschaft. Der Haftprüfer berief eine Sozialnetzkonferenz inklusive Bestellung eines Bewährungshelfers und eines Tagesablaufplans ein und der Jugendliche wurde enthaftet.

Vergangene Woche wurde er wieder auffällig. "Es gab eine Anzeige wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Eine Gruppe Jugendlicher soll mit einer Waffe hantiert haben, darunter der fragliche 14-Jährige", sagt Polizeisprecher Rainer Dionisio. Allerdings wurde keine Waffe gefunden.

Der Verein Neustart, der den Minderjährigen betreut, bekam Kenntnis davon. "Wir haben den Burschen letzten Donnerstag kontaktiert – er gab an, keine Waffe zu besitzen", sagt Pressesprecher Andreas Zembaty. Zwei Tage später soll der 14-Jährige mit einer Gasdruckpistole abgedrückt haben. Zur Anzeige wegen unerlaubten Waffenbesitzes und zur Frage, ob der Bursche einer Bande angehören könnte, wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.