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Steiermark
07/05/2013

Schulunfall: Schere blieb in Stirn von 14-Jährigem stecken

Dramatischer Unfall an obersteirischer Hauptschule in Thörl. OP in Graz gut verlaufen.

Ziemlich unerschrocken wirkte Manuel auf Ärzte, Lehrer und Polizisten. „Er hat die ganze Zeit geredet, über die Schule, die Noten“, schildert Polizeibeamter Horst Tesak. Das ist schon ungewöhnlich, steckte dem 14-Jährigen doch eine Schere in der Stirn.

Donnerstagmittag, Hauptschule Thörl in der Obersteiermark. Nach dem Informatikunterricht im Computerraum gingen zwei Buben und ein Mädchen der 3.b-Klasse in ihr eigentliches Klassenzimmer zurück, um dort noch ein paar Schulsachen zu holen. Darunter waren auch die Bastelsachen eines 14-Jährigen, Wollknäuel, Stricknadeln und eine 15 Zentimeter lange Schere aus silbernem Metall. Die Utensilien bewahrte er in einem Plastiksackerl auf: Die Buben begannen, es hin und her zu werfen. „Dann hat der eine nur noch gesehen, wie die Schere fliegt“, beschreibt Gruppeninspektor Tesak.

Für Flug fixiert

Manuel und sein Schulkollege standen bei der Tafel nur ein paar Meter voneinander entfernt. Doch durch den Wurf öffnete sich die Schere und bohrte sich mit einem Teil mitten in Manuels Stirn. Einen Zentimeter tief drang sie ein, weder Schul- noch Notarzt wagten, sie zu bewegen oder gar herauszuziehen: Die Spitze steckte im Knochen fest. Statt dessen fixierten sie die Schere mit einem Verband, damit der Bub gefahrlos in die Kinderchirurgie nach Graz geflogen werden konnte.

Dort wurde die Schere entfernt, Manuels Gehirnhaut genäht. Er liegt zur Beobachtung auf der Intensivstation, um eine mögliche Infektion nach der Operation ausschließen zu können. Manuel ist aber ansprechbar. Sein Schulkollege sei ziemlich zerknirscht, berichtet der Polizeibeamte. „Dem geht es auch nicht gerade gut, weil keiner der Buben mit so etwas gerechnet hat.“

Update: Am Freitag war der 14-Jährige bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Wie eine Sprecherin des LKH Graz am Freitag sagte, sei die Operation gut verlaufen: Der Bursche sei wach und ansprechbar, zum derzeitigen Zeitpunkt gehe man davon aus, dass durch den Unfall keine bleibenden neurologischen Schäden zu befürchten sind. Der 14-Jährige werde im Laufe der kommenden Woche das Krankenhaus verlassen können.

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