Eine Verbauung bei Schloss Reifnitz ist laut Gutachten nicht rechtens

© APA/GERT EGGENBERGER

Kärnten

Schloss Reifnitz: "Mauer ist Schwarzbau"

Behörde kontrolliert Verbauungen am Wörthersee-Ufer: Wieder ein Prominenter im Visier.

von Thomas Martinz

08/23/2016, 06:00 AM

Im Zuge der Diskussion um verbaute Zugänge und Uferflächen am Wörthersee kommen verstärkt Prominente ins Visier der Behörden: Nach dem Wirbel um die Mauer der Milliardärsfamilie Flick in Dellach wird nun eine 80 Meter lange Mauer, die das Ufer bei Schloss Reifnitz säumt, beanstandet. Eigentümer ist Manager Siegfried Wolf.

Fast 50 Prozent des 46 Kilometer langen Wörthersee-Ufers sind mit Stegen, Marinas, Plateaus, Bootshäusern oder Mauern verbaut. Weil viele Projekte nicht den Vorschriften entsprechen, haben die Behörden ihre Kontrollen verschärft – und wurden bei einem Prominenten-Paar fündig: Siegfried und Andrea Wolf; sie nennen über eine Gesellschaft Schloss Reifnitz in Maria Wörth, das einst Frank Stronach gehörte, ihr Eigen.

80 Meter lang

Am Ufer der Liegenschaft existiert eine 80 Meter lange und rund 1,5 Meter hohe Mauer, die vor ungewollten Blicken vom Wasser aus schützt. "Die Mauer wurde ohne Bewilligung hochgezogen – ein Schwarzbau in der Roten Zone (Uferabschnitt, den Wasserökologen als besonders schützenswert einstufen, Anm.)", sagt Thomas Friedl. Der Gewässerökologe des Landes Kärnten wurde im Zuge einer Kontrollfahrt auf die jüngst errichtete Mauer aufmerksam und meldete diesen Umstand der Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt Land.

"Dieser Mauerbau ist eine genehmigungspflichtige Maßnahme – auch wenn es sich um Privatgrund handelt", erklärt der bei der BH für Wasserrecht und Naturschutz zuständige Beamte, Klaus Bidovec. Die Besitzer (Die "SR Liegenschaftsbesitz GmbH & Co OG" in Weikersdorf scheint als Eigentümer von Schloss Reifnitz auf. Als Gesellschafter sind Andrea sowie Siegfried Wolf eingetragen) argumentieren gegenüber der Behörde, dass lediglich eine bestehende Mauer saniert worden sei. Ein Sachverständigengutachten widerspricht nun dieser Behauptung, daher dürfte in den kommenden Wochen der Abrissbescheid ergehen.

Im Fall der Familie Flick, die in Dellach auf ihrem Grundstück Mauern an der Ost-, West- und Nordseite errichten ließ, existiert indes ein von der Gemeinde Maria Wörth ausgesprochener Wiederherstellungsbescheid. Als Frist wurde der 30. September 2016 genannt, weil bis 15. September rund um den See ein Bauverbot existiert.

Allerdings wurde der Bescheid – wie berichtet – von der Familie beeinsprucht. Nun zeichnet sich ein Kompromiss ab: die Wand im Osten wird wohl abgerissen, jene im Westen adaptiert. "Wegen der Mauer zwischen der Süduferstraße und dem Privatgrund der Familie Flick wird es eine neue Bauverhandlung geben. Es existiert ein Vorschlag der Familie zur Neugestaltung mit eingebauten Fensterscheiben, die Passanten den Blick auf den See gewähren würden", sagt Maria Wörths Baureferent Robert Schmidhofer (Bürgerliste).

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