Aussteigen nach dem Startabbruch: In der Klimaanlage hatte sich feiner Sandstaub festgesetzt. Für die Passagiere wirkte dieser wie Rauch.

© /Peter Karner

Sandsturm
04/11/2015

Panik auf AUA-Flieger in Ägypten

Pilot leitete im vollen Schub Notbremsung ein, Sand drang in die Kabine, Passagiere befürchteten Brand.

von Michaela Reibenwein

Der Ägypten-Urlaub hatte für 135 AUA-Passagiere einen dramatischen Ausklang. Nachdem der Flieger schon am Donnerstag wegen eines Sandsturms nicht vom Flughafen Hurghada abheben konnte, wurde der gescheiterte Abflug Freitagvormittag zum Schockerlebnis.

"Wir waren kurz vor dem Abheben, hatten vollen Schub. Plötzlich hat der Pilot eine Notbremsung eingeleitet. Und in die Kabine drang feiner Sand, der erst wie Rauch gewirkt hat", schildert Passagier Peter Karner aus Frankenfels im nö. Pielachtal, der mit seiner Familie an Bord war. "Plötzlich sind die Leute panisch geworden. Die Menschen haben angefangen zu kreischen, die Kinder haben geplärrt", sagt Karner zum KURIER.

Die AUA bestätigt, dass es Probleme vor Ort gegeben hat. Schuld sei der plötzliche Sandsturm gewesen. "Die Maschine konnte deshalb am Donnerstag nicht abheben. Wir mussten das Triebwerk checken. Und dieser Check hat sechs Stunden gedauert", erklärt ein AUA-Sprecher.

Damit sei die erlaubte Arbeitszeit der Crew überschritten worden. Der A 319 musste auf dem Boden bleiben. "Die Passagiere wurden in ein Hotel gebracht." Der zweite Versuch Freitagfrüh ging wieder schief. "Durch den Sandsturm dürfte feiner Sandstaub in die Klimaanlage geraten sein. Als die Klimaanlage aktiviert wurde, ist der ausgetreten. Das hat ausgesehen wie Rauch." Der Pilot musste den Abflug in letzter Sekunden abbrechen.

Neue Maschine

Eine neue Maschine inklusive einem Technik-Team wurde schließlich von Wien nach Hurghada geschickt, um die gestrandeten Urlauber endlich in die Heimat zu bringen und die Maschine vor Ort wieder in Schuss zu kriegen.

"Wir haben einen Teil der Gäste während dieser Wartezeit wieder in ein Hotel gebracht. In ein anderes diesmal, weil es über das erste Beschwerden gab. Dort steht ihnen ein All-inclusive-Angebot zur Verfügung", heißt es vonseiten der AUA. Man bedauere die Unannehmlichkeiten. "Wir verstehen, dass das unangenehm ist."

Geräderte Passagiere

Und das ist es für die Fluggäste tatsächlich. Denn nicht alle Passagiere überbrückten die Wartezeit im Hotel. Familie Karner etwa saß Freitagnachmittag noch immer auf dem Flughafen fest. "Wir sind schon mehr als gerädert und die Anspannung seit dem Startcancelling am Donnerstag ist einfach mehr als mühsam", berichtet Karner von vor Ort.

Dennoch relativiert er den Vorfall. "Das Wichtigste ist, dass wir allesamt wieder gesund heimkommen. Ich möchte den Gedanken gar nicht erst weiterspinnen, hätte der Pilot den Startvorgang nicht abgebrochen." Nachsatz: "Das Ganze war schon ein gewaltiger Nervenkitzel."

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