Chronik | Österreich
06.02.2017

Salzburg: Hakenkreuze in Autolack geritzt

Im Tennengau beschädigte ein Mann nach einem Bierzeltbesuch gleich 40 Fahrzeuge. Nach dem Hakenkreuz-Ritzer wird noch gefahndet.

In Hallein ritzte ein Unbekannter in den Lack mehrerer Autos Hakenkreuze und die Worte "Heil Hitler". Der Vandalenakt passierte im Ortsteil Neualm. Die Polizei konnte bisher noch keinen Täter ausgeforschen.

Eine Spur der Verwüstung hat in der Nacht auf Sonntag ein 40-Jähriger in Kuchl im Salzburger Tennengau gezogen. Der Einheimische hat nach einem Bierzeltbesuch von ca. 1.00 bis 4.00 Uhr früh seiner Wut über "Gott und die Welt" freien Lauf gelassen und dabei 30 bis 40 Sachbeschädigungen begangen. Der derzeit Obdachlose geriet am Sonntag in eine Polizeikontrolle und gestand nach anfänglichem Leugnen.

Der 40-Jährige hatte sich nach dem Besuch im Bierzelt alkoholisiert auf den Weg zur Unterkunft seines Bruders gemacht. Dabei überkam ihn nach eigenen Angaben der Zorn über die Politik, seine Mitbürger, weil einfach nichts weitergehe. Deshalb begann er, von Autos die Kennzeichen-Halterungen herunterzureißen, die Nummernschilder zu verbiegen und wegzuwerfen. Bei etlichen Autos zerkratze er mit einer Nagelfeile den Lack oder warf Holzscheite auf die Motorhaube. Auch mehrere Wegweiser und Gartenzäune überstanden seinen Wutausbruch nicht unbeschadet, im Ortsteil Jadorf ein hölzernes Jesus-Materl.

Am Sonntag begaben sich Polizisten nach Eintreffen der ersten Anzeigen zu den einzelnen Tatorten, um die Schäden aufzunehmen. Dabei fiel ihre Aufmerksamkeit auf den Obdachlosen, sagte am Montag eine Polizei-Sprecherin. Der 40-Jährige stritt bei der Befragung anfangs jeden Zusammenhang mit den Beschädigungen ab, gestand aber schließlich, dass er die Taten begangen habe, auch wenn er sich nicht mehr an jede einzelne erinnern könne. Inzwischen sind 30 Anzeigen eingelangt, "es dürfte aber noch weitere dazukommen", sagte die Sprecherin. Der Gesamtschaden beläuft sich bisher auf rund 15.000 Euro. Die Polizei ersucht weitere Geschädigte, sich bei der Inspektion Golling zu melden.

Dieser Vandalenakt hat laut Polizei-Sprecherin nichts mit den Vorfällen in Hallein zu tun.