Chronik | Österreich
15.07.2017

Raubserie: Neues Opfer, ein Verdächtiger entlastet

80-Jährige bemerkte Stunden nach Sturz, dass Schmuck und Geld fehlten. Ein Verdächtiger hat Alibi.

Seit Tagen wird in Graz auf Hochtouren ermittelt. Die "SOKO Schmuckraub" ist mit rund 50 Beamten im Einsatz. Gestern, Samstag, berichtete die Polizei über ein weiteres mögliches Opfer. Ein Verdächtiger, von dem ein Fahndungsfoto veröffentlicht worden war, stellte sich – er dürfte ein Alibi haben.

"Der Mann kam auf die Polizeiwache. Es wird noch überprüft, ob seine Aussagen stimmen. Aber es besteht vorerst kein Tatverdacht", sagt Polizeisprecher Fritz Grundnig im KURIER-Gespräch. Der Mann ist wieder auf freiem Fuß. Die Fahndung nach einem weiteren Verdächtigen geht währenddessen weiter. "Es gehen immer wieder Hinweise ein", sagt Grundnig.

Siebentes Opfer

Auch ein neuer Raubüberfall wurde am Samstag bekannt: Bereits am 9. Juli soll eine 80-jährige Frau im Bezirk Straßgang Opfer eines Überfalls geworden sein. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit der Serie an Raubüberfällen. "Die Frau dachte zuerst, sie sei im Stiegenhaus ihrer Wohnanlage gestürzt", erklärt ein Polizeisprecher. Sie war einige Zeit bewusstlos gewesen und erwachte mit Verletzungen am Unterkiefer. Erst Stunden später bemerkte sie, dass ihre Halskette und ihre Geldbörse weg waren.

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Von einem Raub ging die Pensionistin zuerst nicht aus. Ihr Sohn wurde aufgrund der Medienberichte über die Schmuckraub-Serie aber hellhörig und brachte den Fall zur Anzeige. Eine Täterbeschreibung konnte die Frau jedoch nicht liefern, ebenso wenig konnte sie über das Geschehen berichten.

Aufgrund der Brutalität des Täters oder der Täter vermutet die Polizei einen Zusammenhang der Verbrechen: Die Opfer sind stets ältere Damen, die alleine unterwegs sind. Alle wurden mit Fausthieben niederschlagen und ausgeraubt.

"Die Fahndungstätigkeit der SOKO geht weiter", sagt ein Polizist. Nach einem Verdächtigen wird weiterhin per Bild gesucht – derzeit gebe es noch keine Hinweise auf die Identität des Mannes. "Er hat sich in der Straßenbahn auffällig verhalten", sagt Grundnig. Jener Mann, der sich nun gestellt hat, kennt den Verdächtigten vom anderen Fahndungsfoto laut eigenen Angaben nicht.

Die Serie an Raubüberfällen begann am 30. Juni: Eine 82-Jährige wurde vor ihrem Haus in Graz-Andritz niedergeschlagen und ausgeraubt. Sie schwebte aufgrund von schweren Kopfverletzungen tagelang in Lebensgefahr. Seit 6. Juli wurden vier Frauen zwischen 71 und 84 Jahren ausgeraubt, die alle mit schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus kamen. Eine 69-Jährige wurde leicht verletzt, ebenso wie das 80-jährige Opfer, das sich erst am Freitag gemeldet hat.