Die bald 90-jährige Feldkircherin Walpurga Peiskar kann einige Tage nach einer Querschnittlähmung wieder gehen.

© /LKH Feldkirch

Vorarlberg
12/02/2014

Querschnittsgelähmte kann wieder gehen

89-Jährige erlitt Einblutung in den Wirbelkanal. Nach einer Operation ist sie wieder auf den Beinen.

von Christian Willim

Bis zum vergangenen Winter ist Walpurga Peiskar noch Ski gefahren. Erst vor vier Jahren hat die rüstige Pensionistin mit dem Tennisspielen aufgehört. Und einmal pro Woche geht die 89-Jährige nach wie vor mit ihrem Mann ins Fitnessstudio. „Sie hat die körperliche und geistige Fitness einer 65-Jährigen“, ist Primar Christian Bach vom LKH Feldkirch beeindruckt. Seine Patientin wird an dem Vorarlberger Spital als „kleines Wunder“ bezeichnet, wie der ORF Vorarlberg berichtet hat. Vergangenen Dienstag hat die Dame eine spontane Einblutung in den Wirbelkanal erlitten. Ein Blutpfropfen bildete sich, der auf das Rückenmark gedrückt hat. Die Folge war eine totale Querschnittslähmung. „Aus medizinischer Sicht hätte ich vor der Operation ausgeschlossen, dass Frau Peiskar wieder gehen wird können“, gesteht Bach im KURIER-Interview ein.

Aber genau das ist geschehen. Sechs Stunden nachdem sie in ihrem Keller zusammengebrochen war, lag die Feldkircherin in der Nacht auf vergangenen Mittwoch auf dem Operationstisch. „Am Sonntag habe ich sie bereits selbständig mit dem Rollator gehen gesehen“, berichtet Bach. Dass sich jemand von einer kompletten Querschnittslähmung wieder vollständig erholt, und noch dazu so schnell, kommt laut dem Mediziner „praktisch nie vor. Schon gar nicht in dem Alter.“

"Bin eine Beißerin"

Die Patientin selbst, war sich der Dramatik gar nicht bewusst, wie sie erzählt: „Ich habe gar nicht darüber nachgedacht, was das für eine Katastrophe ist.“ Bereits am ersten Tag der Operation konnte sie am rechten Bein wieder die Zehen bewegen. „Ich bin ein bisschen eine Beißerin“, sagt Peiskar, die ihren Beinen gut zuredete und die sie am nächsten Tag bereits beide wieder bewegen konnte. Primar Bach spricht von einer vorbildlichen Patientin, der man nicht viel erklären musste. Sie habe sofort damit begonnen, jedes Körperteil, in dem sie wieder ein Gefühl hatte, zu bewegen.

Die Genesung solle aber auch an eine Botschaft an Betroffene und Ärzte sein: „Wenn ein Patient eine Lähmung hat, ist es wichtig, dass er als Notfall erkannt und schnell behandelt wird.“ Jede Stunde würde in so einem Fall zählen. Egal ob ein Knochen, ein Tumor oder wie bei Frau Peiskar ein Blutpropfen auf das Rückenmark drückt, gilt: Die Nervenzellen sterben letztlich irreparabel ab. Eine Operation muss laut dem Arzt innerhalb von sechs bis zwölf Stunden nach Eintritt der Lähmung erfolgen.

Walpurga Peiskar hat alles richtig gemacht: „Gott sei Dank war ich so schlau, dass ich meinem Mann sofort gesagt habe, er soll die Rettung anrufen.“ Neben der raschen Behandlung hat auch die körperliche Verfassung der ehemaligen Volksschullehrerin für Christian Bach maßgeblichen Anteil an der Genesung: „Fitte Patienten erholen sich prinzipiell besser als Couchpotatoes.“

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