Sonntag rast die Formel 1 über den Hungaroring. Dabei spielen die Meteorologen von Ubimet eine entscheidende Rolle. Sie lassen sich ihre präzisen Prognosen teuer bezahlen.

© APA/EPA/Gero Breloer

Prognosen für alle Fälle
07/21/2015

Das große Geschäft mit dem Wetter

Von der Hochzeit über die Ski-WM bis zur Formel 1 – Wetterdienste blicken in die Zukunft.

von Michael Berger

Ein Hitzerekord jagt zur Zeit den nächsten. Mitte dieser Woche könnte es noch heißer werden als am vergangenen Wochenende. Meteorologen stehen daher hoch im Kurs – auch weil ihre Prognosen mittlerweile weit über reine Temperaturen hinausgehen. Denn vom Urlauber über den kleinen Häuslbauer bis hin zum Konzernchef – jeder will genau über das Wetter Bescheid wissen: Von den erwarteten Sonnenstunden bei einem Feuerwehrfest bis zur Schnee-Diagnose für eine Ski-Weltmeisterschaft – Wetterdienste geben verlässliche Antworten.

Und dieses Service ist ein exzellentes Geschäft. Michael Staudinger, Chef der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) bestätigt pro Jahr fünf Millionen Euro Umsatz: "Event-Veranstalter, Landwirte, Betreiber von Solar- und Windenergie, Tourismus oder Private nehmen unsere Dienste in Anspruch. Jedes Jahr kommen mehr Aufträge hinzu."

Aktuellster Trend ist es, mit Kunden ein individuelles Modell zu erstellen. Staudinger: "Organisatoren einer Ski-WM brauchen andere Parameter, wie Hausbesitzer mit seiner Solaranlage." Die Technik mit Hochleistungsrechnern und modernsten Satelliten machen klare Vorhersagen für verschiedene Anforderungen möglich.

Branche wächst rasant

Daher wächst die Branche rasant. So auch Ubimet, Europas größter privater Anbieter. Das Unternehmen gehört zu 50 Prozent der Red Bull-Gruppe. Sprecher Clemens Teutsch-Zumtobel zählt den Kundenstock auf: "Ein wichtiger Partner ist die Formel 1. Bereits seit Montag ist ein Team in Budapest. Dort startet am Sonntag der Grand Prix. Wir versorgen alle Teams mit Daten. Ein weiterer Kunde sind die ÖBB. Auch die Veranstalter der Volleyball-EM in Kärnten, Golf-Ressorts, Tourismusregionen und Medien nutzen unsere Dienste."

Die Kooperation mit den ÖBB funktioniert auf höchstem Niveau. Ein Wetter-Zug mit modernstem Equipment ist in Österreich unterwegs. "Es gilt Schneestürme, Gewitter, Hagel, Wald- und Böschungs-Brände so schnell wie möglich zu prognostizieren. Die ÖBB können dann im Vorfeld Personal und Maschinen in die Region entsenden. Oberleitungsschäden legen oft ganze Strecken lahm."

Der Straßenerhalter Asfinag setzt auf die Daten von Austro-Control. Das Kerngeschäft dieses Unternehmens ist das Flugwetter. Sprecher Markus Pohanka: "Wir können das Wetter in Minuten-Abständen messen." Davon profitiert auch die Asfinag. "Für die 43 Straßenmeisterei-Stellen erhalten wir im Drei-, Zwölf- und Dreißig-Stunden-Takt Daten übermittelt. Unwetter sollten uns und Autofahrer nicht überraschen", sagt Sprecherin Alexandra Vucina-Valla.

ORF-Wetter-Chef Marcus Wadsak (Bild) erklärt, warum das Geschäft mit den Prognosen boomt: "Die Technik wie Satelliten und Rechner ist billiger, aber präziser geworden. Die Trefferquote liegt längst bei über 90 Prozent."

Auch Versicherungen setzen auf Wetterdienste. Die Allianz Versicherung etwa leistet sich einen Meteorologen. Sein Engagement kommt mehrfach herein. Denn über ihr Handy werden Kunden vor nahenden Wetterkapriolen gewarnt und können Wertvolles in Sicherheit bringen.

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Mitte der Woche wird es drückend heiß

Eigentlich haben zwei britische Urlauber am Sonntagabend am Ufer des Tiroler Achensees in einem Pavillon Schutz vor einem Gewitter gesucht – sie mussten aber aus ihrem Unterstand fliehen, sonst wären sie von einer Mure begraben worden.

Starkregen hatte eine Gerölllawine in Eben am Achensee (Bezirk Schwaz) ausgelöst, die an einem Gasthof vorbei über die Bundesstraße schoss und sich schließlich durch den Pavillon schob. Die beiden Briten konnten gerade noch rechtzeitig fliehen. Ihre Leihräder wurden jedoch verschüttet. Die Urlauber blieben unverletzt.

Heftige Unwetter gab es am Sonntagabend im gesamten Tiroler Unterland, zum Teil von Hagel begleitet. Der hat enorme Schäden verursacht. Im Raum Wörgl waren die Schlossen teils tennisballgroß. In den Tiroler Bezirken Kufstein und Kitzbühel wurden laut der Österreichischen Hagelversicherung 1600 Hektar landwirtschaftliche Flächen zerstört. Der Schaden wird auf 800.000 Euro geschätzt.

STEIERMARK: UNWETTERSCHÄDEN

UNWETTER IN TIROL: MURENABGANG BEI EBEN AM ACHENSE

STEIERMARK: UNWETTERSCHÄDEN

STEIERMARK: UNWETTERSCHÄDEN

Unwetter im Raum Knittelfeld, Steiermark, HONORARF…

Unwetter im Raum Knittelfeld, Steiermark, HONORARF…

Unwetter im Raum Knittelfeld, Steiermark, HONORARF…

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Unwetter im Raum Knittelfeld, Steiermark, HONORARF…

Unwetter im Raum Knittelfeld, Steiermark, HONORARF…

Unwetter im Raum Knittelfeld, Steiermark, HONORARF…

Waldbrand nahe der Burg Lichtenstein in Maria Enze…

Unwetter im Bezirk Liezen

Unwetter im Bezirk Liezen

Unwetter im Bezirk Liezen

Unwetter im Bezirk Liezen

Unwetter im Bezirk Liezen

Unwetter im Bezirk Liezen

Unwetter im Bezirk Liezen

Noch schlimmer traf es die Steiermark, in der am Sonntag ebenfalls heftige Unwetter am Werk waren. In den Bezirken Murtal, Graz-Umgebung und Voitsberg verursachte Hagel Schäden in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Und das, nachdem am Samstag bereits Hagelunwetter landwirtschaftliche Flächen in der Steiermark im Wert von einer Million Euro zerstört hatten. In der Region Knittelfeld wurden Bäume entwurzelt. Im oberen Ennstal (Bezirk Liezen) löste starker Wind die Dachhaut der Talstation einer Gondelbahn.
Turbulente Tage„Das waren die kräftigsten Gewitter, die man sich vorstellen kann“, lautet die Bilanz von Clemens Teutsch-Zumtobel vom Wetterdienst Ubimet zum vergangenen Wochenende. Die Unwettergefahr bleibe auch in den kommenden Tagen hoch.

Die Hitzewelle findet ebenfalls keinen Abbruch: Im Westen erreicht sie am Dienstag mit bis zu 34 Grad ihren dieswöchigen Höhepunkt. Im Osten steigen die Temperaturen am Mittwoch sogar auf bis zu 38 Grad. Und während es vom Westen her bereits etwas abkühlt, bleibt es im Süden auch am Donnerstag noch extrem heiß (bis zu 37 Grad).
Richtung Wochenende normalisiert sich die Lage langsam: Die Temperaturen werden zwischen 24 und 30 Grad liegen. Der heurige Juli könnte der heißeste aller Zeiten werden. Etliche Rekorde an Tropentagen werden aber bereits diese Woche purzeln. Im Seewinkel und in Villach war es heuer schon an 15 von 20 Juli-Tagen über 30 Grad heiß.

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