Chronik | Österreich
27.07.2017

Polizeiwagen als Anti-Terror-Sperren

Der Besuch einer Präventionsveranstaltung ist für 240 Standbetreiber beim Villacher Kirchtag verpflichtend.

Terrorangst – dieses Wort nehmen Veranstalter und die Exekutive in Bezug auf die beiden Großevents, die in den nächsten Tagen in Kärnten anstehen, nicht in den Mund. Vorsichtsmaßnahmen, um etwaige Anschläge bestmöglich zu verhindern, wurden aber getroffen, denn die Event-Dichte ist groß: 30.000 Besucher werden von Freitag bis Sonntag beim Bodypainting-Festival in Klagenfurt erwartet und ab Sonntag steigt der achttägige Villacher Kirchtag, der rund 450.000 Gäste anzieht.

Besonders laut schrillen die Alarmglocken beim Volksfest an der Drau. "Es besteht die Angst vor Leuten, die den Kirchtag nutzen, um gegen die Besucher vorzugehen", wählt Villachs Stadtpolizeikommandant Erich Londer eine möglichst vorsichtige Formulierung.

Das Gelände im Visier

An drei Zufahrten zum Hauptplatz werden rund um die Uhr Polizeifahrzeuge stehen – um den Besucherstrom zu kanalisieren und den Hotspot im Herzen der Villacher Altstadt vor einem Anschlag mit einem Lkw zu schützen. Die Zahl der Beamten, die uniformiert und in zivil eingesetzt werden, wurde heuer weiter aufgestockt, an die zehn Videokameras haben das Stadtzentrum im Visier. Auch der Polizeihubschrauber wird ständig über dem 50.000 Quadratmeter großen Areal kreisen, der mobile und mit einer Kamera ausgestattete Polizei-Bus ist ebenfalls im Einsatz. Wie die Kleine Zeitung berichtet, wird es am Montag erstmals eine verpflichtende Präventionsveranstaltung für alle Schausteller geben, bei der auch die Polizei Verhaltensregeln in Gefahrensituationen bekannt geben wird.

"Es geht vom medizinischen Notfall bis hin zu einer dramatischen Paniksituation. In Zeiten wie diesen wollen wir, bevor am Dienstag der Vergnügungspark in Betrieb geht und das gesamte Gelände genutzt wird, unsere Alarm- und Räumungspläne mit allen 240 Gastronomen und Schaustellern teilen", erklärt Kirchtagsgeschäftsführer Johann Presslinger.

100 Securitys

Er erwarte eine friedliche Veranstaltung, wolle jedoch auf eine Ausnahmesituation vorbereitet sein. Presslinger hat heuer 100 Securitys unter Vertrag genommen. Wie viele Polizisten im Einsatz sind, wollen die Organe nicht öffentlich machen.

Dies gilt auch für Klagenfurt. Dort wird das gesamte Festivalgelände der Bodypainting-Künstler mit einer zwei Meter hohen Absperrung eingezäunt. "Weil Eintritt verlangt wird, haben wir hier den Vorteil eines begrenzten Raumes, der sich besser überwachen lässt", betont Stadtpolizei-Chef Host Jessenitschnig. Die "Terrorlage" habe er stets im Hinterkopf, die Cobra sei vor Ort.