Chronik | Österreich
16.11.2017

Polizei muss Trickdiebinnen laufen lassen

Rumäninnen haben es auf ältere Männer abgesehen. Staatsanwaltschaft hat keine Handhabe

Zwei rumänische Trickdiebinnen halten derzeit in mehreren Bundesländern die Behörden in Atem – und zum Narren. Denn obwohl bereits zwei Fahndungsaufrufe erfolgreich waren, musste die Polizei die Verdächtigen immer wieder laufen lassen.

In Oberösterreich gibt es mehrere Verdachtsmomente gegen die beiden Frauen, in Kärnten und Salzburg in den letzten zwei Wochen sogar sieben konkrete Anzeigen und Geschädigte. Die Masche ist immer dieselbe: Ältere Männer – der jüngste ist 73 Jahre alt – werden auf der Straße angesprochen und um eine Spende gebeten. Im Erfolgsfall folgt eine überschwängliche Umarmung und im Zuge dessen werden Geldscheine oder Schmuckgegenstände geklaut.

Mittels Personenbeschreibungen und Fahndungsaufrufen konnte die Kärntner Exekutive die Verdächtigen zwei Mal schnappen. Es handle sich um junge Frauen aus Rumänien, 25 und 30 Jahre alt, die auch in Deutschland mehrmals wegen Trickdiebstahls zur Anzeige gebracht worden seien, heißt es von Seiten der Polizei, die das Duo immer wieder auf freien Fuß setzen muss. "Erst wenn das Delikt der gewerbsmäßigen Begehung erfüllt ist, können wir sie in U-Haft nehmen. Dafür müssen binnen drei Monaten 1200 Euro erbeutet werden", erklärt Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Da die Polizei davon ausgeht, dass die Zahl der Opfer weit höher ist als bisher bekannt, bittet sie um Hinweise an jede Dienststelle. Aktuell läuft wieder eine Fahndung.