Der Wärmeeinbruch stellt den Wintertourismus vor Probleme.

© APA/dpa/Uwe Zucchi

Wetterkapriolen
12/02/2015

Plusgrade in den Alpen: Die Pisten schwimmen langsam davon

Der Dezember wird extrem warm. Dank Kunstschnee startet die Ski-Saison. Doch die Kosten sind enorm.

von Michael Berger, Christian Willim, Thomas Sendlhofer, Thomas Martinz

Der Wintertourismus kommt zu Saisonstart in Turbulenzen. Denn Meteorologen prognostizieren eine 14-tägige Warmwetterphase – auch in den Alpen. So klettern die Höchstwerte am Kitzbühler Hahnenkamm (1750 Meter) heute Mittwoch auf acht Grad, am Patscherkofel (2200 Meter) auf fünf und am Sonnblick (3100 Meter) auf null Grad.

"Die warme Atlantik-Luft bleibt erhalten. Erst Mitte des Monats kehren die Temperaturen kurz zur Normalität zurück. Dann könnte es wieder mild werden", zeichnet Ubimet-Meteorologe Nikolas Zimmermann ein für den Wintertourismus denkbar ungünstiges Szenario. Und das, obwohl die Seilbahnwirtschaft für 2015/’16 über 334 Millionen Euro in Infrastruktur investiert.

Martin Eppacher, Geschäftsführer von TechnoAlpin, dem Weltmarktführer von Beschneiungsanlagen, hofft auf einen Kälteeinbruch in der zweiten Dezemberhälfte: "Skigebiete in den tieferen und mittleren Lagen drohen bei diesen Temperaturen aber Probleme."

"Noch keine Sorgen"

Im Kärntner Bad Kleinkirchheim macht man sich "noch keine Sorgen", so Hansjörg Pflauder von den Bergbahnen. Die Nächte sind kalt, so kann man beschneien. Entwarnung geben auch Gerlitzen und Nassfeld: "Wir haben in den kalten Tagen Schnee produziert, der schmilzt nicht so schnell." Der Saisonstart muss über die Bühne gehen.

Auch im Skicircus Saalbach-Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn sind die Manager optimistisch. Planmäßig werden am Donnerstag die Hauptverbindungen in Betrieb gehen. Kleinere Lifte sind wegen Schneemangels aber noch nicht in Betrieb. "Das halten wir durch. Problematisch wird es, wenn es bis Jänner so bleibt", weiß Marketing-Leiter Sebastian Schwaiger.

In Österreich gibt es laut Eppacher 20.000 Schneekanonen und Schneelanzen. Der Energieaufwand für diese Anlagen beträgt pro Saison 210 Gigawattstunden und entspricht dem Stromverbrauch von 60.000 Haushalten. Die Kosten belaufen sich auf 12,5 Millionen Euro. Zumindest bei den Energiekosten werden Liftbetreiber heuer kräftig zur Kasse gebeten.

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