Pflegepersonal droht mit Streik

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Foto: KURIER/Martin Gnedt Krankenschwestern und Pfleger fordern ein Lohn-Plus (Symbolbild)

Säbelrasseln in den Landesspitälern, Angestellte fordern Lohnerhöhung und Personalaufstockung.


Seit eineinhalb Jahren warten die Pflegekräfte der Kärntner Landesspitäler auf die zugesagte Gehaltserhöhung. Nachdem die erste Verhandlungsrunde zwischen dem Betriebsrat des Spitalserhalters KABEG und dem Land geplatzt ist, werden Kampfmaßnahmen angekündigt.

"Die 3500 Angestellten aus dem Pflegebereich sind bereit, alle erdenklichen Eskalationsstufen bis hin zum Streiktag wahrzunehmen", sagt KABEG-Betriebsrat Arnold Auer. Die Mediziner hätten einst mehr Gehalt bekommen, Pfleger und Krankenschwestern stattdessen nur mehr Arbeit, laute der Tenor. Tatsächlich hat die KABEG im Jahr 2015 rund 15 Millionen Euro für die Gehaltsaufstockung der Ärzte ausgeschüttet und im Zuge dessen auch der Pflege Erhöhungen in Aussicht gestellt. Nun fordert Auer die selbe Summe neuerlich ein, um ein Gehaltsschema für das zweite Klientel auf die Beine zu stellen. "Zehn Millionen Euro für Lohnanpassungen aufgrund zusätzlicher Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche und fünf Millionen für eine Personalaufstockung im Pflegebereich um mindestens 100 Personen", umschreibt der Betriebsrat die Eckpunkte der Forderungen.

Bei der KABEG ist er damit bereits abgeblitzt. "Es stimmt, dass die Gehälter des Kärntner Pflegepersonal im Bundesvergleich nicht im Spitzenfeld angesiedelt sind und dass ein Plus durchaus angemessen wäre. Aber wir müssen nach der Erhöhung der Ärztegehälter einen strikten Sparkurs fahren, unser Spielraum ist praktisch null", betont KABEG-Vorstand Arnold Gabriel.

Andere Spitäler müssten nachziehen

Vor wenigen Tagen ist auch eine erste Verhandlungsrunde mit dem Land geplatzt. "Über Geld wollen wir zu diesem Zeitpunkt nicht sprechen. Aber alle Beteiligten sind an einem akzeptablen Ergebnis interessiert", heißt es aus dem Büro von Personalreferent und Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Auer sieht das anders. Die angespannte finanzielle Situation des Landes sei vorgeschoben worden. Und die Tatsache, dass im Falle eines Abschlusses die Privat- und Ordensspitäler die Gehälter des Pflegepersonals ebenfalls aufstocken müssten, sagt er.

(kurier) Erstellt am
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