Chronik | Österreich
15.09.2017

Patientin starb nach zwanzig Operationen: Der Arzt wehrt sich

Der betroffene Mediziner und das Spital sehen "Beeinflussung von Sachverständigen und Gericht".

Nach massiven Vorwürfen und einer Zivilklage eines Wieners nach dem Tod seiner Mutter wehren sich nun der betroffene Primar und das burgenländische Spital. "Die Ausführungen der Anwältin sind in wesentlichen Teilen falsch", hieß es in einer Stellungnahme des Krankenhaus-Managements.

Wie berichtet, wirft Florian W., 32, dem Arzt vor, im Dezember 2015 seiner Mutter bei einer Endoskopie den Darm schwer verletzt zu haben: Auch 20 Operationen danach hätten Christiana W. nicht retten können, die 61-Jährige starb im Jänner 2016.

Die Grazer Rechtsanwältin Karin Prutsch klagte auf 30.000 Euro Trauerschmerzengeld und berief sich auf ein Privatgutachten: Demnach sei die Endoskopie "nicht ausreichend medizinisch begründet" gewesen. Außerdem hätte der Mediziner diese Untersuchung gar nicht vornehmen sollen, da er bereits 2008 damit gescheitert sei: Christiana W. hatte ein Magenband, das mache eine Sondierung "anatomisch" nicht möglich.

"Beeinflussung"

Bei dem Punkt hakt nun der Mediziner ein. "Die nunmehr streitgegenständliche Untersuchung wurde 2008 erfolgreich durchgeführt", heißt es in der Stellungnahme des Spitals ausdrücklich. Die Patientin sei ordnungsgemäß behandelt worden, alle Mitarbeiter waren stets bemüht, Christiana W. zu helfen: "Wir lehnen die Beeinflussung von Sachverständigen und Gericht durch die mediale Berichterstattung ab."

Prutsch konterte wiederum am Donnerstag: Eine diagnostische Endoskopie 2008 sei erfolgreich gewesen, eine zweite im selben Jahr jedoch nicht.

Das Verfahren läuft unterdessen, zivil- wie strafrechtlich. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt bestätigte, dass Ermittlungen geführt werden.