Chronik | Österreich
15.04.2017

Osterfeuer-Verbot wird kaum kontrolliert

Beamte werden erst nach Anzeigen aktiv. Vorschlag: "Verschieben" um eine Woche.

Bunt sind zu Ostern nicht nur Eier und Natur, sondern auch Kultur, Kulinarik und Brauchtum quer durch Österreich. Eine der beliebtesten Traditionen neben der Palmweihe, dem Eierpecken, dem Osternest Suchen oder der Osterjause stellt das Anzünden des Osterfeuers am Samstag dar. Das Feiern ohne Feuer ist folglich für viele Menschen undenkbar – auch wenn die Behörden aufgrund der Trockenheit Verbote aussprechen mussten.

Weil in einigen Regionen des Landes seit Wochen kaum Niederschlag registriert wurde, und sich Wälder und Felder durch Funkenflug entzünden können, wurden zahlreiche Osterfeuer verboten: so beispielsweise in Kärnten in den Bezirken Klagenfurt, Völkermarkt oder Feldkirchen, in der Steiermark in Graz (aufgrund der Feinstaubbelastung) oder in Hartberg/Fürstenfeld.

Während es sich Großveranstalter nicht leisten können, dass ihnen die Polizei auf die Finger klopft, und deshalb ihre Oster-Events absagen, brennen die kleinen Haufen trotzdem – denn kontrolliert wird das Osterfeuer-Verbot kaum, sanktioniert noch seltener. Offiziell will man das bei den Landespolizeidirektionen zwar nicht so formulieren. Unter der Hand ist aber zu erfahren, dass – auch aufgrund des niedrigen Personalstands an Ostersamstag – die Beamten nur ausrücken, wenn konkrete Anzeigen vorliegen. Ausnahme ist die Stadt Graz, wo die Ordnungswache die Einhaltung des Verbots kontrolliert.

Der Obmann des Kärntner Brauchtumsverbandes lässt mit einem skurrilen Vorschlag aufhorchen. "Wenn Gefahr besteht, kann man das Feuer doch um eine Woche verschieben. Es geht ja primär um die Gemeinschaftspflege, und die kann eine Woche später ebenso stattfinden", argumentiert Wolfgang Lattacher.