Chronik | Österreich
16.03.2018

Olympia-Tickets: 26 bis 2026 Euro

Innsbrucker Studie über Winterspiele 2026 gibt Einblick über mögliche Kostenkalkulation für Graz.

Mit dem Grazer Gemeinderatsbeschluss vom Donnerstag ist die Absichtserklärung für Olympische Winterspiele 2026 offiziell. Jetzt geht es ans Rechnen: Wie viel würde es kosten, die Spiele durchzuziehen?

Bis Juni soll die Expertise vorliegen, die die Olympia-Pläne mit Zahlen untermauert. Dabei greifen die Befürworter des Plans auf vorhandenes Wissen zurück: Autoren der Expertise rund um die abgesagte Innsbrucker Bewerbung für 2026 sollen auch im Grazer Team vertreten sein.

Wie in Graz ging man auch Innsbruck von der Prämisse aus, kaum Sportstätten neu errichten zu müssen. Die Machbarkeitsstudie kalkulierte ein Durchführungsbudget von exakt 1,175 Milliarden Euro, gedacht als Nullsummenspiel mit gleich hohen Ausgaben wie Einnahmen. Diese Summe wird auch für Graz genannt.

Pyeonchang war teurer

Das scheint verglichen mit früheren Bewerbungen aus Europa knapp bemessen: München kalkulierte für die Spiele 2018 die letztlich in Pyeonchang stattfanden 1,6 Milliarden Euro an Durchführungskosten. Die Abrechnung von Pyeonchang ergab, dass die Organisation der Winterspiele und Para-Olympics 1,9 Milliarden Euro betrug.

Das niedrige Budget für Tirol wurde bei der Studienpräsentation unter anderem mit bestehenden Sportstätten verteidigt. Dieses Argument wird wohl auch für "Austria 2026" gelten, dahinter steckt die Graz-Schladming-Bewerbung mit Austragungsorten bis nach Bayern.

Aufschlussreich ist auch der Blick auf die Einnahmen selbst. 525 Millionen Euro sollen laut Studie vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) kommen, 180 Millionen Euro durch "nationale Sponsoren". Das ist ein Durchschnittswert aus diesbezüglichen Einnahmen der Spiele in Turin, Vancouver und Sotschi.

Preis wie Jahreszahl

Spannend ist die Frage der Eintrittskarten: 1,7 Millionen mögliche Tickets wurden für Innsbruck überlegt; eine Anzahl, die auch zu Graz und Schladming passen dürfte. 75 Prozent sollten in den öffentlichen Verkauf gehen. Um einen Preis definieren zu können, haben die Experten andere Großveranstaltungen angeschaut, die Formel 1 in Spielberg, die Vierschanzentournee oder den Wiener Opernball. Fazit: Die Tickets sollen zwischen 26 und 400 Euro bei "sonstigen Sportevents" kosten, 50 bis 600 Euro bei "Premium Sportevents". Eröffnung oder Schlussfeier wurden mit 226 bis 2026 Euro bewertet.

Das ergab Ticketeinnahmen von 214 Millionen Euro, wobei angenommen wurde, das ein Viertel der Tickets zum günstigsten Preis angeboten wird. Doch auch die Gesamteinnahmen sind höher angesetzt als bei Bewerbungen für die Spiele 2018.