Chronik | Österreich
29.08.2017

Österreichischer Major schoss US-Soldaten irrtümlich ins Knie

Schuss löste sich aus Glock-Pistole. Einen ähnlichen Unfall gab es bereits 2009 im Kosovo.

Die afghanische Hauptstadt Kabul ist ein gefährliches Pflaster. Neun Bundesheer-Soldaten sind derzeit im Rahmen einer internationalen Militär-Mission vor Ort im Einsatz. Am vergangenen Samstag gegen 06.30 Uhr in der Früh ist es dabei zu einem Schießunfall gekommen. Aus der Glock-Pistole eines österreichischen Majors löste sich in einem Aufenthaltscontainer ein Schuss, das Neun-Millimeter-Projektil durchschlug die blecherne Containerwand und verletzte einen US-Soldaten.

"Ja, es ist zu einem Schussvorfall gekommen", bestätigt Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium dem KURIER. Es handle sich um eine menschliche Fehleistung beziehungsweise eine Unachtsamkeit. Grundsätzlich sei in Afghanistan die Vorgabe, die Waffe halbgeladen zu haben (mit angestecktem Magazin, aber ohne Patrone im Lauf). "Der Betroffene hat etwas Stress gehabt, weil sie scharf Schießen gegangen sind", schildert Bauer die Vorgänge. Der Offizier habe vergessen, dass die Glock bereits halbgeladen ist. Offenbar habe sich dann beim nochmaligen Laden ein Schuss gelöst. Ein Klassiker unter den Schussunfällen, meinen Waffenexperten.

2009 kam es zu einem ähnlichen Vorfall, bei dem ein Soldat aus Mistelbach einem Kollegen im Kosovo in die Schulter schoss. In dem Fall hat der Major "einen US-Soldaten im Knie verletzt, dieser ist mittlerweile wieder in den USA. Es ist Gott sei Dank nicht so schlimm", sagt der Heeressprecher.

Konsequenzen

Für den Bundesheer-Major hat dieser Vorfall Konsequenzen. "Er wird nach Österreich zurückbeordert", sagt Bauer. "Sobald er hier ist, wird eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet und ein Disziplinarverfahren eingeleitet." Alkohol sei bei diesem Vorfall mit Sicherheit keiner im Spiel gewesen, in dem Militärcamp in Kabul gilt ein Alkoholverbot. Außerdem handle es sich um einen völlig untadeligen Offizier.Die neun Österreicher sind in verschiedenen Funktionen in Afghanistan im Einsatz. Alle sechs Monate ändern sich laut Oberst Bauer ihre Aufgaben. Ein österreichischer Soldat bekam sogar eine hohe Auszeichnung des US-Militärs.