Fressen im Auftrag der ÖBB

© APA/ÖBB/KK

Tierische Lösung
06/25/2014

ÖBB machen den Bock zum Gärtner

Ökologische Problembehandlung: Verwachsenen Bahndämmen wird künftig per Ziege begegnet.

Wer künftig in der Nähe eines Bahndamms ein zartes "Mäh" vernimmt, hat sich nicht verhört. Die Österreichischen Bundesbahnen setzen nämlich im Kampf gegen überwucherndes Unkraut auf vierbeinige Unterstützung. 14 Ziegen und vier Schafe fressen im Rahmen eines Pilotversuchs bei Klagenfurt den japanischen Staudenknöterich, einen wild wuchernden Neophyten. Das Gewächs verstopft im Winter die Entwässerungsgräben an den Bahndämmen.

Im 19. Jahrhundert wurde der japanische Staudenknöterich als Zier- und Futterpflanze nach Europa gebracht. Den ÖBB macht er jetzt Schwierigkeiten. Die Pflanze breitet sich entlang der Bahnstrecken rasant aus, wächst teilweise sogar mehrere Zentimeter am Tag. Im Winter stirbt sie ab, die Stängel verstopfen die Entwässerungsgräben und werden so zum Sicherheitsrisiko. "Das Problem gibt es flächendeckend in ganz Österreich", sagte ÖBB-Sprecher Christoph Posch zur APA.

Von der Wurzel an

Drei Methoden, der besonders tief wurzelnden Pflanze Herr zu werden, testen die ÖBB nun. Einmal werden Drahtgewebe auf die Dammflächen gelegt, einmal wird intensiv gemäht und in Abschnitt drei weiden auf 7.500 Quadratmetern 14 Ziegen und vier Schafe. Posch: "Die Tiere schießen richtig auf das Material, sie fressen es mit Vorliebe." Während die Schafe eine Präferenz für die dem Sauerampfer ähnlich schmeckenden Blätter zeigen, sind vor den Ziegen auch die Stängel nicht sicher. Zur Sicherheit vor den vorbeirauschenden Zügen wurden Weidezäune errichtet, Unterstände und Wasserversorgung für die Tiere steht ebenfalls bereit. Der Pilotversuch läuft vorerst bis Herbst. Dann wird man sehen, wie effektiv die Methoden sind und welche Kosten jeweils anfallen. Falls Schafe und Ziegen als Sieger aus dem Test hervorgehen, wäre etwa ein Rotationsweidebetrieb möglich, sagte Posch.

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