Ausverkauftes Haus beim Match WAC gegen Chelsea im Wörtherseestadion. Die Nutzung des Oberrangs ist jedoch vorübergehend untersagt

© /Josef Kuess

Kärnten
08/27/2015

Nur 12.000 dürfen in die Arena

Baubewilligung für Oberrang des Wörthersee-Stadions wurde aufgehoben.

von Thomas Martinz

Knalleffekt rund um das Klagenfurter Wörtherseestadion: nach einem Entscheid des Verwaltungsgerichtshofs wäre im Jahr 2011 im Rahmen des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens die Beiziehung der Anrainer erforderlich gewesen. Damit darf zwischenzeitlich der Oberrang für Sportveranstaltungen nicht benutzt werden. Konzerte oder Events sind verboten, da das Stadion nicht mehr als "Multifunktionsarena" gilt.

Bekanntlich sollte das Oval nach der EURO 2008 von 32.000 auf 12.000 Zuschauer rückgebaut werden. Im Jahr 2011 entschied man sich allerdings, die Arena in der ursprünglichen Größe beizubehalten. Die Kärntner Landesregierung erteilte den Bescheid, dass für die Permanentmachung und den Betrieb mit einer Kapazität von 32.000 Fans keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vonnöten sei.

Der Verwaltungsgerichtshof ist allerdings mit seinem Urteil vom 27. August 2015 zur Ansicht gekommen, dass man die Anrainer im UVP-Feststellungsverfahren sehr wohl beiziehen hätte müssen. "Es wäre Aufgabe der Baubehörden gewesen, sich damit inhaltlich auseinanderzusetzen", heißt es. Und weiter: "Der Bescheid der belangten Behörde vom 5. Dezember 2011 betreffend der Änderung der Baubewilligung für das Sportpark-Wörthersee-Stadion war wegen inhaltlicher Rechtswidrigkeit aufzuheben."

Keine Konzerte, Events

Anwalt Franz Unterasinger, der die Anrainer in dieser Causa vertritt, schildert die Folgen: "Damit ist die Bewilligung für den Oberrang und die Multifunktionalität des Stadions aufgehoben. In der Arena können vorerst nur Sportveranstaltungen für 12.000 Zuschauer stattfinden." Konzerte sowie ein Open-Air-Eishockeyderby, ein Fußball-Cup-Finale, ein WAC-Bundesligasmatch oder ein Fußball-Länderspiel vor vollen Haus wären vorerst ad acta gelegt – so lange, bis die UVP abgeschlossen ist.

Sportpark-Geschäftsführer Daniel Greiner wusste am Donnerstag auf KURIER-Nachfrage nichts von diesem Urteil und den Folgen. Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) fiel nach Erhalt der Nachricht aus allen Wolken: "Das ist ja absurd: jetzt haben wir eine fix-fertige Arena und können sie nicht in vollem Umfang nutzen."

Das Landesverwaltungsgericht wird sich nun mit der Causa rund um ein neues UVP-Feststellungsverfahren beschäftigen.

Große Events sind in den nächsten Monaten im Stadion übrigens nicht geplant.

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