Chronik | Österreich
18.05.2017

Neues Grazer Kraftwerk: Einsätze kosteten 51.009 Euro

347 Beamte waren bei Demos und Baustellenbesetzungen im Dienst, es gab 42 Anzeigen.

Die Bauarbeiten für das neue Murkraftwerk in Graz-Puntigam laufen flüssig dahin: Als Nächstes ist die Mur dran, sie wird aus angestammten Bett durch die Olympiawiese umgeleitet. Das soll bis Ende Juli passiert sein.

Währenddessen rechnet die Politik ab. Die FPÖ wollte vom Innenministerium wissen, wie viel die Polizeieinsätze rund um Demonstrationen und Baustellenbesetzungen gekostet haben. Unter anderem standen Mitte Februar auch Bagger und Baugerät auf der Olympiawiese wegen der Proteste der Kraftwerksgegner still.Die Antwort des Ministeriums liegt seit Kurzem vor: Exakt 51.009 Euro an sogenannten Mehrdienstleistungsanteilen der Beamten wurden seit Beginn der Proteste am 6. Jänner verrechnet. Eine Summe, die FPÖ-Bundesrat Gerd Krusche von den Demonstranten zurückfordern will: "Die ständig quengelnden Baum-Umarmer sollen gefälligst für die von ihnen mutwillig verursachten Kosten aufkommen."

1735 Überstunden

347 Polizisten waren bei den Protestmaßnahmen im Einsatz, 105 von ihnen bei den 28 angemeldeten Versammlungen, der Großteil jedoch bei 14 nicht angemeldeten Aktionen. So fielen 1735 Überstunden für die Beamten an, die übrigens 42 Personen anzeigten und 16 vorübergehend festnahmen.Den letzten Einsatz wegen einer Kundgebung auf der Baustelle gab es vor zwei Monaten.

Seitens der Energie Steiermark AG (ESTAG) versichert Sprecher Urs Harnik-Lauris, "voll im Zeitplan" zu liegen: Sobald die Mur umgeleitet worden sei, werde im eigentlichen Bachbett die Baugrube ausgehoben.Dort sollen dann ab November die Betonarbeiten für Krafthaus und Wehr starten. Als Ersatz für die geschlägerten Bäume an der Murböschung seien auch bereits 4000 Jungpflanzen gesetzt worden, für die Reptilien gäbe es neue Plätze zum Verstecken.

Apropos Tiere: Die Verfahren gegen die ESTAG wegen Verstoßes gegen die Umweltverträglichkeitsprüfung seien von der Justiz eingestellt worden, betont Harnik. Da ging es unter anderem um die EU-weit geschützten Würfelnattern, die nicht – wie vereinbart – vor den Rodungen eingesammelt worden seien. Bis zum geplanten Bauende im Frühjahr 2019 bleibt die Mur auf der Ausweichstrecke durch die Olympiawiese. Danach wird sie wieder zurückgeleitet und das Wasser sukzessive aufgestaut. Ab Sommer 2019 soll die Staustufe Strom prodizieren.