Das soll künftig verhindert werden: Eine Kollission von Zügen, wie hier am 6. Mai in Waldstein bei Übelbach.

© APA/ÖAMTC

Steiermark
07/23/2015

Nach Zugkollision: Strecke wird aufgerüstet

Steuerbare Magnete sollen Zusammenstöße verhindern. Gewerkschaft zeichnet ein "beschämendes Sittenbild".

Zweieinhalb Monate nach der Kollision zweier Personenzüge, bei der zwei Menschen ums Leben kamen, haben die Steiermärkischen Landesbahnen Verbesserungen bei den Sicherheitsmaßnahmen präsentiert: Elektromagnete wurden eingebaut, die eine Zwangsbremsung erwirken, wenn unzulässigerweise in den einspurigen Bereich eingefahren wird, hieß es am Donnerstag.

Die Gewerkschaft vida begrüßte zwar am Donnerstag die Nachrüstung für die Strecke Peggau-Übelbach, kritisierte aber den Zeitpunkt: "Die Sicherheitsmängel waren den Verantwortlichen jahrelang bekannt. Warum wurde erst jetzt nachgerüstet?", meinte Roman Hebenstreit, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in einer Aussendung. "Dass sich erst ein tragisches Unglück mit zwei Todesopfern und Millionenschaden ereignen muss, bis sich die Landesbahnen zu einer vergleichsweise lächerlich kleinen Investition von 30.000 Euro durchringt, zeichnet ein beschämendes Sittenbild", meinte der Gewerkschafter. Ob die nun getroffenen Maßnahmen ausreichend seien, müsse durch die zuständigen Behörden eingehend geprüft werden.

Seitens der Staatsanwaltschaft Graz hieß es am Donnerstag, dass das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Gemeingefährdung noch nicht abgeschlossen ist: "Wir warten derzeit auf das Gutachten", sagte Sprecher Hansjörg Bacher.

"Scharf gestellte" Magnete

An der Ausweichstelle unweit der Unglücksstelle wurden an beiden Gleisen die 2.000-Hertz-Magnete angebracht. Sie können vom Fahrdienstleiter in Weiz per Mausklick ein- oder ausgeschaltet werden. Im Bereich der Zugkreuzung sind die Magnete ständig "scharf" geschaltet. Das bedeutet, dass es automatisch zu einer Bremsung kommen, wenn ein Zug unerlaubt losfährt. Eine Kollision wie am 6. Mai sei damit unmöglich, versprachen die Landesbahnen.

Vorbild deutsche Privatbahn

Das Sicherheitsmodell ist den Angaben zufolge seit Mai bei einer deutschen Privatbahn im Einsatz und wurde für die Strecke Peggau-Übelbach adaptiert. Im August soll der Probebetrieb anlaufen. Zusätzlich zur magnetischen Sperre wird die Ausweiche Waldstein ab sofort auch videoüberwacht. Der Fahrdienstleiter in Weiz kann jede Zugkreuzung beobachten und gegebenenfalls eingreifen. Weitere Schulungen und Anweisungen sollen die Maßnahmen abrunden. Die Kosten für die Aufrüstung wurden auf APA-Nachfrage mit rund 30.000 Euro beziffert.

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