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Tourismus
11/19/2015

Nach Paris-Terror: Thermenurlaub statt Städtetrip

Ein Drittel der Paris-Reisen werden storniert. Kunden suchen wieder vermehrt Rat in Reisebüros.

von Birgit Seiser, Roland Pittner

Schwer bewaffnete Polizisten vor dem Eiffelturm, täglich neue Meldungen über Festnahmen von Terroristen – Paris ist dieser Tage nicht das, was man sich unter einem entspannten Urlaubsziel vorstellt. Reiseveranstalter haben nach den Terroranschlägen vom Freitag umgehend reagiert und ihren Kunden Gratis-Stornierungen und Umbuchungen ermöglicht. Die meisten dieser kostenlosen Angebote gelten noch bis Ende des Monats. Bislang haben zirka 30 Prozent der Urlauber ihre Reise in die Stadt der Liebe nicht mehr antreten wollen.

In Zahlen schlägt sich das aber nicht signifikant nieder, denn Paris ist ohnehin kein klassisches Herbst-Reiseziel, wie Verkehrsbüro-Sprecherin Birgit Reitbauer erklärt: "Paris im November ist nicht wirklich beliebt. Verstärkt wird die Stadt erst wieder um Weihnachten nachgefragt. Von denen, die während den Anschlägen dort waren, wollten aber einige sofort nach Österreich zurückkehren." So eine unerwartete Abreise vom Urlaubsort war auch schon nach den Anschlägen im tunesischen Sousse notwendig. Für jene, die über einen Reiseveranstalter gebucht hatten, ging dass wesentlich unkomplizierter als für Individualreisende. Die Veranstalter organisieren den Abtransport vom Hotel bis zurück nach Österreich.

Therme und Reisebüros

Kathrin Limpel von TUI Österreich bestätigt, dass es nach solchen Ereignissen wieder mehr Nachfrage nach Pauschalreisen gibt: "Die Kunden wollen einen Ansprechpartner haben, mit dem sie persönlichen Kontakt haben. Sie kommen ins Reisebüro und wissen dann im Notfall, an wen sie sich wenden können, wenn am Urlaubsort etwas passiert." Außerdem muss die Abreise in so einem Fall nicht selbst organisiert werden.

Wer noch sicherer reisen möchte, der bleibt gleich in Österreich. Johann Haberl, Direktor des Larimar Wellnesshotel Stegersbach, erklärt diesen Trend: "Das wichtigste Grundbedürfnis jedes Menschen und auch Urlaubers ist Sicherheit und die ist bei uns in der Provinz gegeben. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Terroristen auf die Idee kämen, hier einen Anschlag zu verüben." Aber auch das Wetter passt für den Thermenaufenthalt perfekt. Peter Prisching Chef der Avita Therme Bad Tatzmannsdorf ist sich sicher, "dass sich das Buchungsverhalten der Kunden durch den Terror hin zum Urlaub in Österreich verändern wird. "

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